Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck legt seine Funktionsämter nieder. Das teilte er in einer persönlichen Erklärung mit. Beck war am Dienstagabend bei einer Polizeikontrolle in Berlin mit "einer betäubungsmittelverdächtigen Substanz" aufgefallen, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte.

In Becks Erklärung heißt es weiter: "Ich habe immer eine liberale Drogenpolitik vertreten. Zu den gegen mich erhobenen Vorwürfen wird mein Anwalt zu gegebener Zeit eine Erklärung gegenüber der Staatsanwaltschaft abgeben." Beck tritt als innen- und religionspolitischer Sprecher seiner Fraktion und als Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe zurück. Sein Bundestagsmandat will er behalten.

Nach einem Bericht der Bild soll es sich bei den Drogen um Crystal Meth handeln. Diese Angaben bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht. "Das muss noch untersucht werden", sagte er.

Britta Haßelmann, die erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, sagte, die Partei nehme die persönliche Entscheidung von Beck mit Respekt zur Kenntnis. "Wir werden das Gespräch mit ihm suchen."

Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) äußerte auf Twitter seinen Respekt für Becks "schnelle und klare Reaktion".

Beck ist seit 1985 Mitglied der Grünen. Dem Bundestag gehört der 55-Jährige seit 1994 an. Von 2002 bis 2013 war er Parlamentsgeschäftsführer der Grünen im Bundestag. Beck hat sich vor allem als Verfechter der Rechte von Schwulen und Lesben einen Namen gemacht. Im vergangenen Jahr erhielt er den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland für sein Engagement gegen Antisemitismus und Israelfeindlichkeit.

2014 hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann eingeräumt, "in geringer eigenverbrauchsüblicher Menge" Crystal Meth konsumiert zu haben. Die deswegen eingeleiteten Ermittlungen wurden gegen eine Geldauflage eingestellt. Seinen Posten als innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion legte Hartmann im Zuge der Affäre nieder, sein Abgeordnetenmandat behielt er.