Ex-Außenminister - Guido Westerwelle gestorben Der langjährige Vorsitzende der FDP und Außenminister von 2009 bis 2013 erlag im Alter von 54 Jahren einer schweren Krebserkrankung. Im Juni 2014 war bei Westerwelle eine akute Leukämie festgestellt worden.

Der frühere Außenminister Guido Westerwelle ist tot. Das teilte seine Stiftung Westerwelle Foundation mit. Der ehemalige FDP-Vorsitzende sei am Freitag in der Kölner Universitätsklinik an den Folgen seiner Leukämieerkrankung gestorben. "Wir haben gekämpft. Wir hatten das Ziel vor Augen. Wir sind dankbar für eine unglaublich tolle gemeinsame Zeit. Die Liebe bleibt", werden Westerwelle und sein Lebenspartner Michael Mronz auf der Website der Stiftung zitiert

Blutkrebs war bei Westerwelle im Juni 2014 diagnostiziert worden, als der FDP-Politiker am Knie operiert werden sollte. Westerwelle hatte zuvor Beschwerden gehabt, nachdem er sich beim Joggen auf Mallorca vertreten hatte. Während der Voruntersuchung waren auffällige Blutwerte festgestellt worden.

Westerwelle gehörte seit den achtziger Jahren zu den prägenden Figuren der bundesdeutschen Politik. Nach vielen Jahren in der Opposition als FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzender war er zwischen 2009 und 2013 Außenminister im schwarz-gelben Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel. In den ersten beiden Jahren, bis zu seinem Rücktritt vom Amt des FDP-Chefs, war er auch Vizekanzler. 

"Ich will unbedingt weiterleben", hatte Westerwelle im November dem Spiegel gesagt. In dem Interview berichtete er von den Qualen der Chemotherapie, vom Warten auf einen Spender, von seinen Hoffnungen, Enttäuschungen und Ängsten. "Schlimm war, als ich dachte, ich muss sterben", sagte Westerwelle damals.

Über seine Krebserkrankung hat Westerwelle ein Buch (Zwischen zwei Leben) geschrieben, das er im vergangenen Herbst vorgestellte. Damals gab es Hoffnung, dass er die Krebserkrankung bewältigen könnte. Im Dezember musste er sich allerdings erneut ins Krankenhaus begeben, was offiziell mit einer Medikamentenumstellung begründet worden war.