Wahlhelfer entfalten in der Frankfurter Messehalle die riesigen Wahlscheine der Briefwähler, die dort zentral ausgezählt werden. © Frank Rumpenhorst/dpa

Die AfD hat bei der hessischen Kommunalwahl in zahlreichen Wahlkreisen viele Stimmen geholt. Laut ersten Trendergebnissen wird die Partei mit 13,2 Prozent drittstärkste Kraft. Wie der Landeswahlleiter am frühen Montagmorgen mitteilte, bleibt die CDU mit landesweit 28,2 Prozent stärkste Partei. Die SPD liegt nahezu gleichauf bei 28,0 Prozent.

Die Grünen kommen den Ergebnissen zufolge auf 11,6 Prozent und müssen damit ein landesweites Minus von 6,7 Prozentpunkten verzeichnen, was den größten Verlust aller Parteien bedeutet. Die CDU verliert im Vergleich zur letzten Kommunalwahl vor fünf Jahren 5,5 Punkte, die SPD 3,5 Punkte. Dagegen erholte sich die FDP deutlich und bekam landesweit 6,3 Prozent der Stimmen (plus 2,4), die Linke lag bei 3,7 Prozent (plus 1,0). Die Wahlbeteiligung betrug 48,0 Prozent und war damit kaum höher als vor fünf Jahren (47,7 Prozent).

Endergebnis für Donnerstag erwartet

Für das Trendergebnis werden ausschließlich die Stimmzettel ausgezählt, bei denen die Wähler eine Liste angekreuzt haben. Da das Wahlsystem aber auch erlaubt, bis zu drei Stimmen für einen Kandidaten zu vergeben oder listenübergreifend Kandidaten zu wählen, wird es bis zur Ermittlung des endgültigen Ergebnisses voraussichtlich bis Donnerstag dauern. Noch nicht ausgewertet sind laut Wahlleiter 36,0 Prozent der Stimmen.

In Frankfurt wurde das bisherige schwarz-grüne Regierungsbündnis abgewählt. CDU (24,6 Prozent) und Grüne (15,2 Prozent) büßten nach dem Trendergebnis zusammen gut 15 Prozentpunkte ein.

Angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung regte die SPD eine Änderung des kommunalen Wahlrechts an. "Das Wahlsystem muss einfacher werden", sagte SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel am Sonntagabend im hr-Fernsehen. Das Kumulieren und Panaschieren bringe lange Wahlzettel mit sich und überfordere die Bürger. Außerdem regte er die Einführung einer Drei-Prozent-Hürde an, um kleine "Spaßparteien" und kleine populistische Kräfte aus den kommunalen Parlamenten fernzuhalten. Das Kumulieren (Anhäufen von Stimmen) und Panaschieren (Verteilen von Stimmen) nach süddeutschem Vorbild war 1999 auf Betreiben der Union in Hessen eingeführt worden.