Ein Wähler wirft bei der Kommunalwahl in Hessen seinen Stimmzettel in die Wahlurne. ©Uwe Zucchi/dpa

Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) erzielt bei der Kommunalwahl in Hessen ersten Prognosen des Statischen Landesamtes zufolge einen Wahlerfolg. In Frankfurt am Main brachte es die Partei auf knapp 12 Prozent. In der Stadtverordnetenversammlung in Hessens größter Stadt zeichnete sich am Sonntag das Ende der schwarz-grünen Koalition im Rathaus nach zehn Jahren ab. CDU und SPD lagen mit rund 24 Prozent etwa gleichauf. Sehr starke Verluste müssen die Grünen hinnehmen, die bei rund 14 Prozent lagen (2011: 25,8 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag in Frankfurt bei 37,3 Prozent. Das ist die geringste Wahlbeteiligung, die es in Frankfurt je bei einer Kommunalwahl gab.

In der Landeshauptstadt Wiesbaden könnte die AfD die drittstärkste Kraft werden. Aktuell steht die Partei bei 16,2 Prozent und damit hinter der SPD mit 24,3 Prozent und der CDU mit 23,2 Prozent. Eine zweistellige Zustimmung für die AfD gab es auch in Kassel. Etwa 12,2 Prozent wählten dort die AfD. Stärkste Partei würde aktuell die SPD mit 30,3 Prozent bleiben, gefolgt von CDU mit 20,6 Prozent und den Grünen mit 17,0 Prozent. In Darmstadt war die AfD nach Auszählung von 104 der 117 Wahlbezirke viertstärkste Kraft. Mit klarem Abstand vorne lagen die Grünen mit 31,6 Prozent, gefolgt von der CDU mit 18,0 Prozent und der SPD mit 14,8 Prozent. Beide Parteien verzeichneten demnach Verluste von mehr als sechs Prozentpunkten.

Die aktuellen Wahlergebnisse basieren auf einer ersten Hochrechnung des Trendergebnisses durch das Statistische Landesamt. Das Wahlsystem in Hessen erlaubt den Wählern, bis zu drei Stimmen für einen Kandidaten abzugeben oder listenübergreifend zu wählen. Die Kommunalwahl in Hessen wird daher in mehreren Durchgängen ausgezählt. In einem ersten Schritt werden die Stimmzettel ausgewertet, bei denen nur eine Liste angekreuzt wurde, also keine Stimmen für Kandidaten abgegeben wurde. Daraus resultiert das Trendergebnis.

Die Ergebnisse in Hessen lassen sich auch als Stimmungstest für die anstehenden Landtagswahlen sehen. Am kommenden Sonntag (13. März) werden in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt neue Landtage gewählt. Den Umfragen zufolge könnte die AfD auch dort zweistellige Ergebnisse erreichen.