Wegen Landesverrat verurteilt: Der Ex-BND-Mitarbeiter Markus R. © Christof Stache/dpa

Das Münchner Landgericht hat einen ehemaligen Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) wegen jahrelanger Spionage zu acht Jahren Haft verurteilt. Der 32-jährige Markus R. wurde des Landesverrats und der Verletzung von Dienstgeheimnissen schuldig gesprochen. Er hat vor allem an den US-Geheimdienst CIA Dokumente übermittelt. R. wurde zudem das Wahlrecht aberkannt.

Die Bundesanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung hatte auf eine deutlich niedrigere Strafe plädiert, ohne ein konkretes Strafmaß zu nennen. Die Anwälte des Mannes werteten das Vorgehen des Angeklagten nicht als Landesverrat, sondern lediglich als geheimdienstliche Agententätigkeit.

Der Mann hatte ein Geständnis abgelegt. Der 32-Jährige begründete die Spionage zu Prozessbeginn mit Frust, Unzufriedenheit und Unterforderung an seinem Arbeitsplatz. "Im BND hatte ich den Eindruck: Da hat man mir nichts zugetraut", sagte er. Bei der CIA wäre das anders gewesen. Dort hätte er sich beweisen können.

Zwischen 2008 und 2014 soll der gelernte Bürokaufmann mehr als 200 teils streng geheime und teils brisante Dokumente des Bundesnachrichtendienstes (BND) an die CIA weitergegeben. Dafür soll er mindestens 80.000 Euro erhalten haben. 2014 soll er sich zudem dem russischen Geheimdienst angedient und diesem drei BND-Dokumente geliefert haben.