Nach der Niederlage bei der Landtagswahl zieht sich Sachsen-Anhalts SPD-Chefin Katrin Budde aus der Führung ihrer Partei zurück. Die 52-Jährige will ihre Parteiführung zunächst ruhen lassen und bei der Neuwahl der Spitzenposition nach den Koalitionsverhandlungen nicht wieder kandidieren. Auch stehe sie nicht mehr für die Fraktionsspitze zur Verfügung, sagte Budde. Zuvor hatte Finanzstaatssekretär Jörg Felgner bereits angekündigt, in der Fraktion für das Führungsamt zu kandidieren.

Die SPD verlor bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die Hälfte ihrer Wähler. Sie hat nur 10,6 Prozent der Wählerstimmen erreicht und wurde damit nur viertstärkste Kraft. Die bisherige schwarz-rote Koalition unter Führung von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat dadurch ihre Regierungsmehrheit verloren.

Nach dem Aus für Schwarz-Rot ist nur eine in den Ländern noch nie erprobte Dreierkoalition von CDU, SPD und Grünen realistisch. Die Landesvorstände von Grünen und Sozialdemokraten beschlossen am Montagabend in Magdeburg jeweils einstimmig die Aufnahme von Sondierungsgesprächen. Haseloff sagte: "Wir werden eine Regierung der Mitte bilden und der Wähler hat uns ins Stammbuch geschrieben, wie diese Mitte derzeit auszusehen hat."

Wählerwanderungen in Sachsen-Anhalt

So änderte sich das Stimmverhalten bei der Landtagswahl 2016 im Vergleich zu 2011