Der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann kann bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg am 13. März auf gute Ergebnisse für seine Partei hoffen. © Thomas Lohnes/Getty Images

Anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg sind die Grünen laut einer Umfrage stärkste Kraft. Nach der Erhebung von Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen kommt die Partei von Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf 32 Prozent der Stimmen. Die CDU käme dagegen nur auf 28 Prozent. Laut ZDF-Politbarometer kommen die Grünen auf  32, die CDU auf 30 Prozent.

Damit würden die Grünen deutlich besser abschneiden als bei der Landtagswahl 2011, als sie gut 24 Prozent erreichten. Drastische Verluste muss laut Umfrage die SPD hinnehmen. 2011 lag sie noch bei 23 Prozent, derzeit aber würden nur 13 Prozent der Befragten den aktuellen Koalitionspartner der Grünen wiederwählen – zu wenige, um weiterhin gemeinsam mit den Grünen zu regieren. Ebenfalls 13 Prozent der Stimmen bekäme die rechtspopulistische AfD, laut ZDF würden elf Prozent der Stimmen auf die AfD entfallen. Die FDP steht bei sieben bis acht Prozent. Die Linke würde mit vier Prozent den Einzug in den Stuttgarter Landtag verpassen.

Besonders beliebt bei den Wählern scheint Ministerpräsident Kretschmann zu sein: Könnten die Bürger ihren Regierungschef direkt wählen, würden sich 64 Prozent der Interviewten für den grünen Amtsinhaber und nur 17 Prozent für CDU-Herausforderer Guido Wolf entscheiden. Sogar 45 Prozent der CDU-Anhänger würden der Umfrage zufolge Kretschmann direkt wählen. Ihrem eigenen Spitzenkandidaten Wolf gäben dagegen nur 37 Prozent ihr Votum.

Überholen die Grünen die CDU?


Ministerpräsidentin Dreyer ohne Mehrheit

Auch der Regierung in Mainz könnte am 13. März eine Abwahl bevorstehen. Die Christdemokraten mit Spitzenkandidatin Julia Klöckner verbessern sich laut ARD-Umfrage leicht auf 36 Prozent, die Sozialdemokraten unter Ministerpräsidentin Malu Dreyer fallen dagegen auf 34 Prozent. In Rheinland-Pfalz könnte es demnach weder – wie bisher – für ein rot-grünes noch ein schwarz-gelbes Bündnis reichen.

Bei einer Direktwahl würden jedoch 50 Prozent Amtsinhaberin Dreyer und nur 30 Prozent Herausforderin Klöckner ins Amt wählen. Dreyer konnte demnach im Gegensatz zu Klöckner nach dem TV-Duell am 1. März noch einige Sympathiepunkte dazugewinnen. Die schwersten Verluste im Mainzer Parlament drohen der Erhebung zufolge den Grünen, die von 15,4 auf sechs bis sieben Prozent fielen. Die AfD bekäme neun bis zehn Prozent. Auf die FDP entfielen fünf bis sechs Prozent, die Linke würde mit vier Prozent den Einzug in den Mainzer Landtag verpassen.

Baden-Württemberg - Grüner Ministerpräsident Kretschmann ist optimistisch Trotz guter Umfragewerte ist unklar, ob der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg an der Regierungsspitze bleiben kann.

AfD in Sachsen-Anhalt drittstärkste Kraft

In Sachsen-Anhalt bleibt die CDU unter Ministerpräsident Reiner Haseloff in der Umfrage mit 31 bis 32 Prozent deutlich stärkste Kraft. Sie verliert zwar gegenüber 2011, könnte die Koalition mit der bei 15 Prozent stehenden SPD aber knapp fortführen. Das befürworten auch 54 Prozent der befragten Wähler. Die Sozialdemokraten wären gegenüber der vorigen Wahl, in der sie noch 21,5 Prozent erreichten, größter Verlierer.

Noch vor der SPD liegt demnach die AfD mit 17 bis 19 Prozent. Es ist die zweite Umfrage in Folge, die die Rechtspopulisten als drittstärkste Kraft vor der SPD sieht. Zweitstärkste Kraft in Magdeburg bliebe die Linkspartei mit 20 bis 21 Prozent. Die Grünen wären mit 5 Prozent wieder im Landtag, die FDP (4 Prozent) nicht. In Sachsen-Anhalt würden laut ARD-Befragung 46 Prozent Amtsinhaber Haseloff direkt wählen, je zwölf Prozent sprechen sich für Herausforderer Wulf Gallert (Linke) und Konkurrentin Katrin Budde (SPD) aus.

In Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt finden am 13. März Landtagswahlen statt. Für die Umfragen befragte Infratest dimap zu Beginn der Woche jeweils rund 1.000 Wahlberechtigte. Die Umfragen für das ZDF-Politbarometer führte die Forschungsgruppe Wahlen ebenfalls unter jeweils rund 1.000 Wahlberechtigten durch.

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