Baden-Württemberg - Grüne überholen erstmals CDU Mit über 30 Prozent der Stimmen wurde die Partei von Ministerpräsident Winfried Kretschmann erstmals stärkste Kraft vor der CDU, die das mit Abstand schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte erzielte.

Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt haben Siege für die Regierungschefs von SPD und Grünen gebracht, wobei beide Parteien in den anderen Ländern deutliche Niederlagen erlitten. Die CDU verlor sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz, wird aber zumindest in Sachsen-Anhalt weiter den Regierungschef stellen. Alle Parteien haben Koalitionen mit der AfD ausgeschlossen, die nun in jedem zweiten Landesparlament vertreten ist. Daher stehen zumindest in Stuttgart und Magdeburg womöglich komplizierte Koalitionsverhandlungen bevor.    

Die Grünen sind laut vorläufigem amtlichen Endergebnis auch dank des populären Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit 30,3 Prozent stärkste Kraft in Baden-Württemberg geworden – und damit erstmals in einem Bundesland. Die CDU landet mit 27 Prozent erstmals nur auf dem zweiten Platz. Für eine Neuauflage der grün-roten Regierung wird es nicht reichen, weil die SPD mit 12,7 Prozent sogar noch hinter der rechtspopulistischen AfD mit 15,1 Prozent liegt. Die AfD konnte zwei Direktmandate in Pforzheim und einem Mannheimer Wahlkreis erringen. Die FDP ist mit 8,3 Prozent erneut im Parlament vertreten. Als mögliche Koalitionen bieten sich sowohl ein Bündnis zwischen Grünen und CDU als auch eine schwarz-rot-gelbe Koalition unter Führung der CDU an. 

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Alle Ergebnisse

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Gewinne und Verluste, Sitzverteilung, mögliche Koalitionen

In Rheinland-Pfalz hat es Sozialdemokratin Malu Dreyer nach einer Aufholjagd geschafft, sich mit 36,2 Prozent der Stimmen vor der CDU Julia Klöckners zu platzieren, die auf 31,8 Prozent kam. Wegen der Schwäche der Grünen, die bei 5,3 Prozent landeten, hat Rot-Grün aber keine Regierungsmehrheit mehr. Der FDP gelingt mit 6,2 Prozent der Wiedereinzug, die AfD schafft mit 12,6 Prozent erstmals den Sprung ins Parlament. Die Linke ist weiterhin nicht im Parlament vertreten. Eine große Koalition zwischen SPD und CDU unter der Führung Malu Dreyers hat diese als "Ultima Ratio", also letztes Mittel, bezeichnet. Sie möchte mit FDP und Grünen regieren.

Rheinland-Pfalz - Malu Dreyer ist mit SPD in alter Stärke zurück Die SPD hat die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz Hochrechnungen zufolge deutlich gewonnen und ihre dortige Position als stärkste politische Kraft vor der CDU weiter ausgebaut.


In Sachsen-Anhalt schnitt die CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff laut vorläufigem amtlichem Endergebnis mit 29,8 Prozent am stärksten ab. Die AfD wurde mit 24,2 Prozent auf Anhieb zweitstärkste Kraft und holte 15 Direktmandate. Neben Spitzenkandidat und Parteichef André Poggenburg, der im Wahlkreis Zeitz gewann, konnte sich Wahlkampfleiter Daniel Roi in Wolfen durchsetzen. Platz drei erreichte die Linke mit 16,3 Prozent. Die SPD verlor fast elf Prozentpunkte und kam auf 10,6 Prozent. Die Grünen schafften mit 5,2 Prozent trotz Verlusten den Einzug in den Landtag, den die FDP mit 4,9 Prozent knapp verpasste. Eine Fortsetzung der großen Koalition aus CDU und SPD ist damit ausgeschlossen.

Landtagswahlen - AfD wird zweitstärkste Kraft in Sachsen-Anhalt Mit ihrer rechtspopulistischen Politik gegen Flüchtlinge hat die AfD Erfolge erzielt. In Sachsen-Anhalt wurde sie den Hochrechnungen zufolge mit über 20 Prozent zweitstärkste Kraft.

Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Grafiken finden Sie hier.