Ernährungsminister Christian Schmidt hat auf Alternativen zum Aussortieren abgelaufener Lebensmittel gedrängt. Im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe betonte der CSU-Politiker, die meisten Produkte seien erheblich länger verwendbar als auf den Verpackungen stehe. "Wir werfen massenweise gute Lebensmittel weg, weil die Hersteller zu große Sicherheitspuffer eingebaut haben." Er gehe davon aus, dass in wenigen Monaten der Entwurf einer entsprechenden EU-Richtlinie vorliege.

Die Zukunft gehöre "der intelligenten Verpackung", sagte Schmidt weiter. In Joghurtbecher etwa ließen sich elektronische Chips einbauen, die ermittelten, wie sich das Produkt von Tag zu Tag verändere. "Eine Farbskala von Grün bis Rot zeigt an, wie es um die Verzehrbarkeit steht", erläuterte der Minister. "Jeder kann dann selbst entscheiden, bis zu welchem Grad er das Nahrungsmittel noch verwenden will."

Schmidt setzt sich seit Längerem dafür ein, dass Nahrungsmittel möglichst nicht weggeworfen werden. Laut einer 2012 vorgestellten Studie für sein Ministerium landen in Deutschland jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Davon stammen 6,7 Millionen Tonnen von Privathaushalten. Nach Angaben der Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO geht weltweit ein Drittel aller produzierten Nahrung verloren.