Der Parteienforscher Peter Lösche, aufgenommen während einer Talkshow im Jahr 2001. © Klaus Franke/dpa

Der Politikwissenschaftler Peter Lösche ist tot. Der renommierte Parteienforscher, der durch viele TV-Auftritte an Wahlabenden auch einem größeren Publikum bekannt wurde, sei in dieser Woche im Alter von 77 Jahren "nach schwerer Krankheit" gestorben, teilte der Dekan der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen mit.

Mit Büchern und Aufsätzen zur Geschichte der deutschen Parteien, vor allem zur SPD, machte sich Lösche in der Bundesrepublik einen Namen. Lösche galt zudem als exzellenter USA-Kenner (Lebenslauf an der Universität Göttingen). Seine Eltern waren für die SPD in der Landes- und Bundespolitik aktiv, er selbst war ebenfalls fast 60 Jahre lang Parteimitglied. SPD-Chef Sigmar Gabriel äußerte sich bestürzt über Lösches Tod.

Der Vizekanzler hatte einst in Göttingen selbst bei Lösche studiert: "Peter Lösche genoss nicht nur in Wissenschaft und Politik höchsten Respekt, sondern auch die Anerkennung und die Sympathie seiner Studierenden, zu denen auch ich gehörte", sagte Gabriel. Die SPD habe Lösche viel zu verdanken, auch unbequeme Analysen. "Er wird mir fehlen – mit seinem immensen Wissen, seinem Rat und seinem Humor."