Sicher ist nur: Malu Dreyer (SPD) bleibt Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz. Aber mit wem wird sie regieren? Sie selbst hofft auf ein Ampelbündnis mit der FDP. Allzu groß sind die Chancen bisher jedoch noch nicht, die FDP zu einer Regierungsbeteiligung zu bewegen.

Dass ein Ampelbündnis aus SPD-Sicht die beste Lösung wäre, liegt auf der Hand. Zwar wäre es instabiler als eine große Koalition, aber die Vorteile überwiegen. Die Sozialdemokraten wären die führende Kraft. Sie könnten die Grünen in der Regierung halten, die ja der eigentliche Wunschpartner von Dreyer waren. Und bundespolitisch würde die Ampel der SPD zumindest die Hoffnung darauf bieten, irgendwann selbst wieder einen Kanzler stellen zu können.

Auch für die Grünen wäre eine Ampel die beste Variante. Sie blieben nicht nur in der Regierung. Anders als in einem schwarz-grün-gelben Bündnis müssten sie nicht befürchten, politisch marginalisiert zu werden. Sie könnten ihre Lieblingsprojekte, wie etwa den Ausbau der erneuerbaren Energien, wenigstens in Teilen fortsetzen.

Ob eine Ampel realisiert werden kann, dürfte also ausschließlich an der FDP liegen. FDP-Chef Volker Wissing war vor der Wahl klug genug, diese Möglichkeit nicht völlig auszuschließen. Allerdings wollte er die "Fortsetzung rot-grüner Politik" verhindern. Am Wahlabend signalisierte er nun zwar Gesprächsbereitschaft, betonte aber auch erneut, ihre Prinzipien werde die FDP nicht verraten. Nichts fürchten die Liberalen schließlich so sehr wie das Image der Umfallerpartei, der es am Ende nur um Pöstchen und Einfluss geht.

Werden aber SPD und Grüne der FDP so weit entgegenkommen können, dass diese das ihren Wählern als "Politikwechsel" verkaufen kann?