Die rheinland-pfälzische CDU-Landeschefin Julia Klöckner will trotz der Wahlniederlage in der Landespolitik bleiben. Darum habe sie am Abend auch der CDU-Landesvorstand gebeten, sagte sie SWRinfo: "Gestern Abend habe ich zugesagt, dass ich Landesvorsitzende bleibe." Die Fraktion folgte Klöckner. Am Dienstag wurde Klöckner auf der konstituierenden Sitzung der neuen Landtagsfraktion einem Fraktionssprecher zufolge einstimmig als Vorsitzende bestätigt.

"Ich wollte mir eigentlich ein bisschen Zeit und auch anderen die Möglichkeit geben," sagte Klöckner. "Aber wir hatten gestern einen Landesvorstand, der sehr emotional war, sehr unterstützend war – und der große Wunsch: Dass ich an der Spitze der Partei und der Fraktion bleibe."   

Julia Klöckner war als Hoffnungsträgerin ihrer Partei in den Wahlkampf in Rheinland-Pfalz gestartet. Schlussendlich landete die CDU jedoch fast fünf Prozentpunkte hinter der SPD. Dabei lag die CDU in allen Umfragen der vergangenen dreieinhalb Jahre immer vor der SPD, teilweise mit einem Abstand von bis zu zwölf Punkten. Einzig die letzte Umfrage vor der Wahl sah die SPD vorn, allerdings nur um einen Prozentpunkt.

Klöckner sagte nun, sie könne mit einer Rolle in der Opposition gut leben: "Jetzt liegt der Ball erst mal im Feld von Frau Dreyer. Sie muss eine stabile Regierung bilden. Ich glaube, es darf nicht darum gehen, ob jemand einen Posten kriegt oder nicht bekommt, sondern, ob man eine Stabilität hinbekommt." Wichtig sei es nun, die AfD zu stellen: "Für Fremdenfeindlichkeit und Menschenverachtung darf es keinen Platz geben – ganz gleich, wer irgendwelche Koalitionen im Blick hat."