Eine Helferin sortiert Kleider in einer der Erstaufnahmeeinrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes in Dresden. ©Oliver Killig/dpa

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat laut Präsident Rudolf Seiters derzeit mehr als 25.000 Ehren- und Hauptamtliche in der Flüchtlingshilfe im Einsatz. Um ankommende Flüchtlinge im Frühling und Sommer zu versorgen, werde seine Organisation weitere Helfer benötigen. "Wir wissen nicht, wie sich die Situation im Einzelnen entwickeln wird", sagte Seiters der Nachrichtenagentur dpa. "Wir bereiten uns darauf vor, dass wir nicht nur in diesem großen Ausmaß helfen müssen wie bisher, sondern, dass wir künftig auch zusätzliche Helferinnen und Helfer brauchen."

Dafür forderte der DRK-Präsident von den Ländern mehr Unterstützung. Das Rote Kreuz wolle dies nicht generell für seine Einsätze – "aber bei einer so exorbitanten Situation, wo über viele, viele Monate unsere Helfer gefordert sind, erwarten wir von den Bundesländern, die dafür zuständig sind, dass man prüft, welche Erleichterungen man für unsere Helfer schaffen kann". Wie auch beim Technischen Hilfswerk (THW) und der freiwilligen Feuerwehr könnte zum Beispiel die Freistellung am Arbeitsplatz und Lohnfortzahlung eine Lösung sein, sagte Seiters.

Derzeit gebe es aber noch nicht viel Bewegung in der Politik. "Wir sind noch immer auf die Bereitschaft der Arbeitgeber angewiesen, Helfer freizustellen", sagte Seiters.

Seinen Angaben zufolge hat das Rote Kreuz in Deutschland 490 Notunterkünfte für Flüchtlinge, in denen derzeit 141.000 Menschen betreut werden. Kapazitäten gebe es aber für 160.000 Flüchtlinge. Auch in den Warteräumen in Erding und Feldkirchen – in denen Flüchtlinge untergebracht werden, bevor sie auf die Bundesländer verteilt werden – sei die volle Aufnahmekapazität sichergestellt.

Ein bloßes Umsetzen der EU-Türkei-Vereinbarung zur Rückführung Asylsuchender reicht aus Seiters' Sicht nicht für die Bewältigung der Flüchtlingskrise aus. "Sondern, es muss eine gesamteuropäische Antwort da sein", sagte der Chef des DRK. Es gehe darum, geordnete Verfahren bei legalen Zugangswegen für Flüchtlinge zu schaffen und insbesondere Griechenland und Italien zu helfen. "Wir hoffen natürlich alle, dass die Europäische Gemeinschaft endlich zu einer Gesamtlösung kommt."