Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich für die Einführung eines Reiseregisters in Europa ausgesprochen. "Für den Kampf gegen den internationalen Terrorismus, kriminelle Banden und die illegale Migration ist es notwendig, dass wir künftig Zeitpunkt und Ort der Ein- sowie Ausreise von Drittstaatenangehörigen in den Schengenraum erfassen", sagte de Maizière der Zeitung Die Welt. "Wir wollen wissen, welche Personen in den Schengenraum kommen und wann sie diesen wieder verlassen. Daran arbeiten wir gerade. Und wir wollen, dass alle Flüchtlinge registriert werden."

De Maizière plädiert zudem dafür, dass die bestehenden europäischen Datenbanken wie zum Beispiel die des Schengener Informationssystems, der Flüchtlingsdatei Eurodac oder das Visa-Informationssystems europaweit miteinander verknüpft werden solle.

Grundsätzlich gilt zwischen den 26 Schengenstaaten in Europa die Reisefreiheit. Derzeit wisse man daher nicht, "wie viele Touristen aus einem anderen EU-Mitgliedsstaat sich in Deutschland aufhalten", so der Minister. Es gebe bisher auch keine Erfassung, ob eine Person tatsächlich ein- oder ausreise. "Ein neues System mit Visa- und biometrischen Daten könnte uns warnen, wenn ein Drittstaatenangehöriger seine Aufenthaltsfrist überzieht", sagte der Innenminister.   

Auch der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, kritisiert eine unzureichende informationstechnische Sicherheitsarchitektur in Europa und fordert einen "gemeinsamen staatenübergreifenden Datenverbund". Gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland sagte er, die Hälfte aller EU-Staaten beteilige sich nicht am automatisierten Abgleich von Fingerabrücken oder DNA-Daten.