Seit acht Uhr haben die Wahllokale für die insgesamt 12,7 Millionen Stimmberechtigten in den drei Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt geöffnet. Sie sind dazu aufgefordert, neue Landtage zu wählen.

In allen drei Ländern zeichnete sich eine höhere Wahlbeteiligung als zur Wahl 2011 ab. Im bevölkerungsstarken Baden-Württemberg gaben nach Angaben der Landeswahlleitung am Sonntag bis 14 Uhr rund 35,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen ab. Das ist ein Zuwachs von fast fünf Prozentpunkten gegenüber den Zahlen von 2011.

Noch kräftiger ging die Wahlbeteiligung in Rheinland-Pfalz nach oben. Dort registrierte die Wahlleitung eine Abstimmungsquote von 56 Prozent bis 14 Uhr. Das sind fast 13 Prozentpunkte mehr als bei der Landtagswahl 2011.

Nach oben gingen die Zahlen auch in Sachsen-Anhalt. Dort hatten bis 14 Uhr 35,4 Prozent der Berechtigten gewählt, rund sieben Prozentpunkte mehr als 2011.

"Es gab dieses Jahr viele Frühwähler, aber für eine Trendaussage ist es noch zu früh", sagte ein Sprecher der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Dabei wurden auch Briefwähler mitgezählt. Insgesamt wurde in Stuttgart bis zum Mittag eine um drei Prozentpunkte höhere Beteiligung an der Urne sowie per Briefwahl registriert. Auch in der zweitgrößten Stadt in Baden-Württemberg, Karlsruhe, sowie in Freiburg wurden in den ersten beiden Stunden nach Öffnung der Wahllokale leicht erhöhte Wahlbeteiligungen verzeichnet. So auch in Mannheim. Dort hatten 5,5 Prozent der knapp 200.000 Wahlberechtigten bereits ihr Kreuzchen gemacht, sagte der Sprecher eines Wahlbüros. Vor fünf Jahren seien es zu dieser Zeit 3,5 Prozent gewesen. 34.300 Menschen haben bereits per Briefwahl abgestimmt.

Die Abstimmungen stehen ganz im Zeichen der Flüchtlingskrise und sind damit indirekt auch ein Stimmungstest für den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel. Der Flüchtlingszuzug und die damit einhergehenden Probleme waren das bestimmende Thema in den Wahlkämpfen.

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In Baden-Württemberg kämpft Deutschlands einziger Ministerpräsident der Grünen, Winfried Kretschmann, um eine zweite Amtszeit. In Rheinland-Pfalz lieferten sich SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer und CDU-Herausforderin Julia Klöckner in der Schlussphase des Wahlkampfs ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. In Sachsen-Anhalt kann sich Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) Hoffnungen auf eine Fortsetzung seiner schwarz-roten Koalition machen.

Nach den Meinungsumfragen wird die AfD in alle drei Landtage einziehen, zum Teil mit zweistelligen Ergebnissen. Damit wäre sie künftig in acht der 16 Landesparlamente vertreten. Ein solcher Erfolg der Rechtspopulisten könnte vor allem in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu schwierigen Regierungsbildungen führen. In beiden Ländern haben die amtierenden Koalitionen nach den jüngsten Umfragen keine Mehrheit mehr.