Eine Kommission hat empfohlen, die Stasi-Akten mittelfristig ins Bundesarchiv zu verlegen. Der Zugang solle aber unverändert beibehalten werden, sagte Wolfgang Böhmer (CDU), Chef der Expertenkommission zur Zukunft der Stasi-Unterlagenbehörde, bei der Vorstellung des Abschlussberichts. "Wir schlagen vor, dass einige der Strukturen für die Zukunft geändert werden sollten." Offiziell heißt die Institution, die nun möglicherweise abgeschafft wird, "Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU)".

Die Verwaltungszuständigkeit solle sich verändern, aber die Akten sollten weiter zugänglich sein wie bisher, sagte Böhmer, der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Als möglichen Zeitpunkt nannte er das Jahr 2021. Die Sonderbehörde habe ihre Aufgabe als Sonderbehörde erfüllt. Im Bericht heißt es, um die Symbolkraft zu wahren, sollten die Stasi-Unterlagen einen eigenständigen Bereich innerhalb des Bundesarchivs "mit herausgehobener Leitungsposition bilden". Weiter sollen laut Bericht ebenfalls die Stellen der Archivare und Editoren auf das Bundesarchiv übertragen werden. Derzeit gibt es zwölf Außenstellen der Stasi-Unterlagenbehörde. Die Kommission empfiehlt nun eine  Reduzierung, allerdings solle mindestens eine Stelle in jedem der neuen Bundesländer belassen werden.

Mit der Reform solle sich auch die Funktion des bisherigen Bundesbeauftragten ändern. Er wäre nicht mehr wie bisher für die Verwaltung der Akten zuständig sein, sondern würde als "Ombudsmann" der Stasi-Opfer fungieren und sich um die Gesetzgebung kümmern.

Der Bundestag hatte die Expertenkommission einberufen. Das Parlament muss nun über die Zukunft der Stasi-Unterlagen-Behörde entscheiden. Ist dies geklärt, könnte der derzeitige Akten-Beauftragte Roland Jahn – unter Umständen für eine Übergangszeit – im Amt bestätigt werden. Seine Amtszeit ist im März ausgelaufen. Das Stasi-Unterlagen-Gesetz, das den Umgang mit den Dokumenten der DDR-Staatssicherheit regelt, läuft teilweise 2019 aus.