Die Bundeswehr richtet sich auf eine längerfristige Präsenz der deutschen Luftwaffe auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik ein. "Wir haben die Absicht, dort Infrastrukturmaßnahmen durchzuführen", sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums auf ZEIT-ONLINE-Nachfrage und bestätigte damit im Grundsatz einen Bericht von Spiegel Online.

Geplant seien eigene Flugbetriebsflächen, Einrichtungen für die Wartung der Flugzeuge sowie Unterkünfte für die eingesetzten Bundeswehrsoldaten, sagte der Sprecher. Bislang erfolge die Stationierung teilweise "auf Zeltbasis", was auf Dauer unbefriedigend sei. "Wir wollen vernünftige Arbeitsmöglichkeiten schaffen."

Die laut dem Bericht veranschlagten Summen bestätigte der Sprecher nicht. Laut Spiegel Online sind für die Ausbaumaßnahmen knapp 65 Millionen Euro vorgesehen. Davon seien zehn Millionen für die Einrichtung eines deutschen Flugbereichs, 15 Millionen für feste Unterkünfte für die Soldaten sowie 4,5 Millionen für ein Betreuungsgebäude vorgesehen. Weitere 34 Millionen Euro sollen für einen voll ausgerüsteten Gefechtsstand ausgegeben werden. Die Aufträge sollten aufgrund türkischer Sicherheitsvorgaben an türkische Unternehmen vergeben werden. Der Ministeriumssprecher sagte, derzeit gebe es noch keine Entscheidung zu den Plänen, auch keine Verträge mit der Türkei.

In Incirlik sind bis zu sechs deutsche Aufklärungsflugzeuge des Typs Tornado stationiert, die den internationalen Kampf gegen den "Islamischen Staat" unterstützen sollen. Dazu kommt ein Airbus-Tankflugzeug. Die Unterkünfte sollen laut Spiegel Online für bis zu 400 Soldaten ausgelegt sein, etwa doppelt so viele, wie derzeit in Incirlik stationiert sind.