Knapp drei Jahre nach der Katastrophe von Rana Plaza wollen die Grünen mit schärferen Gesetzen für bessere Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken in Bangladesch und Kambodscha sorgen. "Verbraucher haben das Recht zu wissen, ob ihre Kleidung fair, sicher und gesund hergestellt ist", sagte die Vorsitzende des Verbraucherausschusses, Renate Künast, dem Berliner Tagesspiegel. Freiwillige Lösungen reichten nicht aus. Vielmehr brauche es "klare Regeln für den gesamten EU-Binnenmarkt", sagte Künast. Textilien müssten lückenlos rückverfolgbar sein und Menschenrechte seien einzuhalten.

Die Grünen machen sich für eine entsprechende Richtlinie auf EU-Ebene stark. In dieser Woche wollen sie einen entsprechenden Antrag (Kleidung fair produzieren) in den Bundestag einbringen. Danach soll die Bundesregierung aufgefordert werden, sich auf EU-Ebene für gesetzliche Transparenz- und Sorgfaltspflichten einzusetzen. Die Unternehmen sollen ihre Lieferketten offenlegen und nachweisen, dass ihre Zulieferer die Menschenrechte beachten und Umweltvorschriften einhalten. Zertifizierungen und Kontrollberichte sollen eine Überprüfung und Sanktionen ermöglichen.

Handlungsbedarf sieht auch Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU). "Wir haben noch einen langen Weg vor uns", sagte er dem Tagesspiegel. Müller geht es vor allem um die Einhaltung grundlegender Arbeitsrechte in Textilfabriken und die Zahlung besserer Löhne. Konkret gearbeitet werde derzeit an einer Unfallversicherung, sagte er. Sie solle die Lebensgrundlage der Textilarbeiterinnen in Bangladesch sichern.

Im April 2013 kamen beim Einsturz der Fabrik Rana Plaza in Bangladesch mehr als 1.100 Menschen ums Leben, mehr als 2.000 wurden verletzt.