Bundesjustizminister Heiko Maas stößt mit seinem Vorstoß gegen sexistische Werbung auf Widerstand. "Heiko Maas geht den nächsten Schritt zum Nannystaat, der den Bürgern nichts zutraut und Verbraucher für unmündig hält", sagte FDP-Chef Christian Lindner am Montag. "Seine Pläne zum Verbot vom Nacktheit und sexualisierter Werbung sind an Spießigkeit kaum zu überbieten. Die Verhüllung von Frauen zur Bändigung von Männern zu fordern, das kannte man von radikalen islamischen Religionsführern, aber nicht vom deutschen Justizminister."



Maas will nach einem Spiegel-Bericht geschlechterdiskriminierende Werbung unterbinden. Ein entsprechender Entwurf zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb soll in der Regierung in Kürze beraten werden. Ziel sei – auch als Reaktion auf die sexuellen Übergriffe in der Kölner Silvesternacht – ein "moderneres Geschlechterbild" in Deutschland. Künftig könnten Plakate oder Anzeigen unzulässig sein, die Frauen oder Männer auf Sexualobjekte reduzieren. Im Streitfall müsste ein Gericht entscheiden.



Eine Absage an Maas kam auch von Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU). Er sagte der Bild-Zeitung: "Die SPD scheint aus den Fehlern der Grünen nicht zu lernen. Die Bevölkerung möchte zu Recht möglichst wenig Vorschriften. Wir brauchen weder einen Veggie Day noch Geschmacksvorschriften für Werbeplakate. Es gibt dafür den Werbe- und den Presserat, die gut arbeiten."

Auch der Präsident des Deutschen Dialogmarketing Verbandes (DDV), Patrick  Tapp, kritisierte, Maas wolle einmal mehr bereits bestehende und gut funktionierende Marktmechanismen wie den deutschen Werberat untergraben. Maas' Verbindung von sexistischer Werbung und der Silvesternacht in Köln nannte Tapp den "Gipfel  der Geschmacklosigkeit".