Die Berliner Staatsanwaltschaft hat die Drogenermittlungen gegen den Grünen-Politiker Volker Beck eingestellt. Das Verfahren wurde wegen geringer Schuld gegen eine Zahlung von 7.000 Euro beendet, sagte ein Sprecher der Behörde.

Beck bat in einer kurzen Stellungnahme um Entschuldigung: "Mein Verhalten war falsch und es war dumm. Das tut mir leid." Das Verfahren gegen ihn sei ohne strafrichterliche Verurteilung abgeschlossen worden, falsch bleibe sein Verhalten trotzdem. Der Grünen-Politiker sagte weiter, dass er immer versucht habe, sein Privatleben aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. "Dies will und werde ich auch bei Fehlern in meiner Privatsphäre so halten."

Der Grünen-Politiker hatte sich stets für eine liberalere Drogenpolitik eingesetzt. Beck sagte, es sei ihm deshalb wichtig darauf hinzuweisen, dass er niemals den Konsum von Drogen verharmlost habe oder verharmlosen wolle.

Die Berliner Polizei hatte am 1. März 0,6 Gramm einer "betäubungsmittelverdächtigen Substanz" bei dem 55-Jährigen gefunden. Die Ermittler gehen Berichten zufolge davon aus, dass es sich dabei um die Droge Crystal Meth handelte. (Mehr zu den Risiken dieser Droge lesen Sie hier).

Beck legte daraufhin alle Ämter in seiner Fraktion nieder, behielt aber sein Bundestagsmandat. 

Die Bundestagsverwaltung hatte Mitte März die Immunität des Bundestagsabgeordneten aufgehoben. Anschließend nahm die Berliner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf. Die Aufhebung der Immunität war zuvor wegen eines falsch gestellten Antrags gescheitert.

Becks möglicher Drogenkonsum war in seiner eigenen Partei zunächst kritisiert worden. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach von "schwerem Fehlverhalten", Grünen-Chef Cem Özdemir brachte einen möglichen Verzicht Becks auf sein Bundestagsmandat ins Gespräch. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte nun: "Volker Beck will sein Mandat behalten und darüber freue ich mich auch." Einen moralischen Schaden für die Partei sehe er nicht: "Ich glaube nicht, dass das irgendwie im Zusammenhang gesehen wird."

Aus der Partei hieß es, Beck wolle nun mit der Fraktion über seine politische Zukunft sprechen. Es wurde jedoch für unwahrscheinlich gehalten, dass er das Amt als innenpolitischer Sprecher erneut übernimmt.

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