In der AfD gibt es Streit um ein mögliches Treffen zwischen der Parteichefin Frauke Petry und der Vorsitzenden des rechtsextremen Front National in Frankreich, Marine Le Pen. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine am Sonntag (FAS). Demzufolge befürwortet der Vorsitzende der AfD-Fraktion in Thüringen, Björn Höcke, eine Zusammenarbeit beider Parteien. "Die Parteiführungen von AfD und Front National sollten sich treffen, um sich auszutauschen und zu sehen, wo es Gemeinsamkeiten gibt", sagte Höcke der Zeitung.

Es gehe darum, ob man Vertrauen zwischen den führenden Köpfen aufbauen könne. "Wenn das der Fall ist, kann man über verschiedene Formen der Zusammenarbeit entscheiden", sagte Höcke. Die AfD müsse in Europa alle Gleichgesinnten treffen und Partner suchen. Der Front National setze sich wie die AfD gegen eine "weitere Überfremdung ein" sowie für den "Erhalt der Identität der europäischen Völker", sagte Höcke. Er zählt zum rechtsnationalen Flügel der AfD. Genau wie der Front National sei man auch gegen das Handelsabkommen TTIP und gegen eine "einseitige Fixierung europäischer Außenpolitik auf die Vereinigten Staaten von Amerika".

Die Idee, sich zwischen dem Front National und der AfD auszutauschen, hatte Marine Le Pen selbst ins Gespräch gebracht. Sie sagte kürzlich der französischen Zeitung Le Figaro, so ein Treffen läge auf der Hand. Frauke Petry selbst soll nach Informationen der FAS bisher kein Treffen mit der französischen Politikerin geplant haben.

Die Idee stößt auf Widerstand in der AfD

Innerhalb der AfD gibt es Widerstand gegen diesen Vorschlag. Alexander Gauland, stellvertretender Chef der Partei, sagte der Frankfurter Allgemeinen am Sonntag, er halte so ein Treffen "nicht für glücklich". Seiner Ansicht nach würde das innerhalb der Partei zu Problemen führen. Einige Mitglieder haben massive Vorbehalte gegen die Politik des Front National. Auch Beatrix von Storch, Vizevorsitzende der AfD, ist gegen eine enge Zusammenarbeit mit dem Front National. Dies begründet sie allerdings nicht mit dessen rechtsextremer und rassistischer Politik, sondern damit, dass dessen Wirtschaftspolitik sozialistisch sei.

Seit der Parlamentswahl 2012 in Frankreich ist der Front National mit zwei von 577 Sitzen in der Nationalversammlung vertreten. Die nächsten Wahlen finden 2017 statt. Bei den Regionalwahlen hatte sich der Front National zuletzt in der zweiten Runde in keiner Region Frankreichs als stärkste Partei durchsetzen können. Allerdings kam es dazu nur, weil die Sozialisten ihre Kandidaten, die nach der ersten Runde keine Chance mehr hatten, zugunsten der Konservativen zurückgezogen hatten. Damit machten sie den Weg für einen Wahlsieg der Konservativen in den Regionen frei, in denen zuvor der Front National die meisten Stimmen bekommen hatte.