Am kommenden Dienstag stellt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) den Verteidigungsexperten der Koalitionsfraktionen ihr Konzept zur Truppenverstärkung der Bundeswehr vor. Sie plane, die Personalobergrenze von 185.000 Soldaten abzuschaffen. Der neue Plan solle mehr Flexibilität für neue Bedrohungslagen und Einsätze bringen. Nach dem Prinzip des "atmenden Personalkörpers" sei zunächst ein Stellenzuwachs um rund 7.000 Soldaten geplant und im Haushalt kalkuliert. Zeitnah werde zudem ein Ausbau der Zahl der Berufssoldaten zulasten der Zeitsoldaten angestrebt.

Der Bundeswehrverband fordert eine Vergrößerung der Truppe in noch größerem Umfang. Der Verbandschef André Wüstner fordert 15.000 zusätzliche Soldaten und 4.000 Zivilisten. "Wir sind seit Ende 2014 im roten Bereich", mahnte Wüstner in der Rheinischen Post.

Bislang darf die Bundeswehr maximal 170.000 Zeit- und Berufssoldaten und rund 15.000 freiwillige Wehrdienstleistende haben. Seit der Wiedervereinigung ist die Truppe von damals fast 600.000 Soldaten auf heute 177.000 geschrumpft.

Derzeit nur 135.000 Soldaten verfügbar

André Wüstner vom Bundeswehrverband sagte, die Aufstockung müsse so schnell wie möglich beschlossen werden. "In personeller Hinsicht ist es bereits fünf nach zwölf", sagte er. Von den 177.000 Soldaten seien nur 135.000 verfügbar, weil die anderen sich in Aus- und Weiterbildung befänden. Dies sei eine Schockzahl.

Von den Koalitionsexperten erhielt Ursula von der Leyen Unterstützung für ihr Vorhaben. Das sei die "richtige Antwort, um flexibel auf veränderte Sicherheitslagen reagieren zu können", sagte der Verteidigungsexperte der Union, Henning Otte. Sein SPD-Kollege Rainer Arnold nannte eine Truppenverstärkung unabdingbar. Das Vorhaben, im Verhältnis zu den Zeitsoldaten mehr Berufssoldaten einzustellen, verlängere die Expertise in der Truppe.