Die Union rutscht in der Wählergunst weiter ab – auf einen neuen Tiefstand. Das geht aus einer Umfrage des Instituts Insa hervor. Die Koalitionsparteien CDU/CSU und SPD würden laut der Erhebung, über die die Bild-Zeitung berichtet, erstmals unter die 50-Prozent-Marke fallen und hätten damit so wenig Zustimmung wie nie zuvor.

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die SPD laut Insa auf nur noch 19 Prozent. Die Unionsparteien erreichten demnach 30 Prozent.

Die rechtspopulistische AfD käme bis auf vier Punkte an die SPD heran und erreichte 15 Prozent. Die Grünen rangierten mit 13 Prozent vor der Linkspartei, die 9,5 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen würde. Die FDP würde mit acht Prozent wieder in den Bundestag einziehen.

Für die Umfrage wurden Bild zufolge vom 25. bis zum 30. Mai mehr als 2.000 Wahlberechtigte befragt.

Streitigkeiten über Flüchtlingspolitik und AfD

In der Koalition hatte es in den vergangenen Wochen wegen der Flüchtlingspolitik, des Abkommens mit der Türkei zur Rücknahme von Flüchtlingen sowie des Umgangs mit der rechtspopulistischen AfD immer wieder Differenzen gegeben.

Ein Ende des Zwists von CSU und CDU sei nun wichtig, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) laut einem Bericht der Funke Mediengruppe. Unterschiedliche Auffassungen seien zwar Teil der Geschichte der Schwesterparteien. "Aber jetzt ist ein Zustand erreicht, der der Union im Ganzen schadet", sagte der Minister. 

Meinungsunterschiede sollten hinter verschlossenen Türen ausgetragen und nicht immer wieder öffentlich angefeuert werden. Auch weil die Zahl der Flüchtlinge erheblich zurückgegangen sei, "könnte die Dezibelstärke der Interviews ebenfalls zurückgeführt werden".

Zur Diskussion über den Umgang mit der AfD sagte de Maizière: "Leugnen, ignorieren, stigmatisieren: Das hat alles nicht funktioniert." Für richtig halte er eine sachliche, harte, aber im Ton höfliche und korrekte Auseinandersetzung. Der Innenminister mahnte: Die Union dürfe sich "nicht zum Opfer des Themensettings der AfD machen".