Dem sächsischen CDU-Gemeinderat Detlef Oelsner, der im sächsischen Arnsdorf mit drei anderen Männern einen Flüchtling an einen Baum gebunden hat, droht der Parteiausschluss. "Wir wollen eine Entschuldigung von ihm haben, eine öffentliche", sagte der Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Arnsdorf-Fischbach, Lars Werthmann, dem MDR. Falls die nicht komme, würde er aus dem Ortsverband ausgeschlossen. Die Vorkommnisse und die "Art und Weise der Gewaltanwendung" seien "einfach indiskutabel".

Oelsner und drei weitere Männer hatten den psychisch kranken Flüchtling überwältigt, mit Kabelbindern gefesselt und an einen Baum gebunden, nachdem dieser Zeugenaussagen zufolge Supermarktmitarbeiter belästigt und bedroht hatte. Die vier Männer hätten die Grenzen deutlich überschritten, so Werthmann. Der CDU-Gemeinderat selbst hatte das Vorgehen verteidigt. Der Vorfall ereignete sich bereits am 21. Mai und war erst einige Zeit später durch die Verbreitung eines Videos bekannt geworden.

Arnsdorf - Männer greifen Asylbewerber an In Sachsen haben vier Männer einen irakischen Asylbewerber aus einem Supermarkt gezerrt und an einen Baum gefesselt. Das Video, das den Vorfall vom 21. Mai zeigt, wurde zunächst in rechtsextremen Kreisen verbreitet. © Foto: YouTube/Antifa PR

Der Görlitzer Polizeipräsident Conny Stiehl hatte das Vorgehen der Männer verteidigt. "Durch die Erregtheit des Asylbewerbers war das Festhalten sinnvoll, ich tu mich schwer zu sagen, notwendig", hatte Stiehl nach Bekanntwerden des Videos in einer Pressekonferenz gesagt. Die Verkäuferin habe sich bedroht gefühlt, deshalb hätten die Männer eingegriffen. Ob das Verhalten dem Asylbewerber gegenüber überzogen war oder ob sich das im Rahmen des Rechts bewege, das werde die Polizei jetzt überprüfen, sagte Stiehl.

Gegen Oelsner und zwei seiner Bekannten laufen Ermittlungen. Gegen den Asylbewerber, der bei der Festnahme leicht verletzt wurde, wird wegen des Verdachts der Bedrohung ermittelt.