Der ursprünglich für 13 Uhr geplante Aufmarsch von Rechtsextremisten am S-Bahnhof Dortmund-Dorstfeld begann mit Verspätung. Laut Polizei versammelten sich 900 – teils vermummte – Neonazis und marschierten kurz vor 15 Uhr los in Richtung Innenstadt.

Dort hatten sich bereits Gegendemonstranten formiert, an einem bürgerlichen Protestmarsch beteiligten sich rund 2.500 Menschen. Weitere rund 2.500 teils gewaltbereite Linksautonome waren in der Stadt unterwegs. Zeitweise hatten die linken Demonstranten zwei Bahnsteige eines Bahnhofs besetzt, der Nahverkehr musste aus Sicherheitsgründen für mehr als eine Stunde unterbrochen werden. Mit der Polizei, die fast 5.000 Beamte im Einsatz hatte, kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen. Lokale Medien berichteten von Faustschlägen von Polizisten gegen Demonstranten und Flaschenwürfen von den Protestierenden auf die Beamten, die vereinzelt Reizgas einsetzten. 

Dabei waren die Gegendemonstrationen friedlich gestartet. Veranstalter der größten Aktion war der Arbeitskreis Dortmund gegen Rechtsextremismus, in dem unter anderem die Stadt, die Kirchen und Gewerkschaften vertreten sind. "Wir sind eine weltoffene und solidarische Stadt. Die Braunen gehören auf den Müllhaufen der Geschichte", sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) bei einer Kundgebung. Mit aufblasbaren Pflastersteinen hatten Demonstranten außerdem einen Teil der Strecke blockiert.

Anmelder der Demo war der Dortmunder Neonazi Michael Brück, der für die Splitterpartei Die Rechte im Stadtrat sitzt. Die Dortmunder Neonazi-Szene gilt seit Jahren als besonders radikal und gewaltbereit.