Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will 300 Millionen Euro für externe Berater ausgeben. Das geht aus der Ausschreibung für den Beraterauftrag hervor, die der ZEIT vorliegt. Demnach sollen die Berater Rüstungsvorhaben überprüfen und die Beschaffung von Rüstungsgütern neu organisieren.

Es handelt sich laut ZEIT um den wohl größten Beraterauftrag in der Geschichte der Bundesrepublik. Das Projekt sei damit teurer, als das Ministerium öffentlich einräumt. Im März hatten Mitarbeiter von der Leyens im Verteidigungsausschuss von 208 Millionen Euro gesprochen. In der Auftragsausschreibung bleibt der geschätzte Gesamtauftragswert allerdings offen – aus gutem Grund, wie die Wochenzeitung schreibt: Rechne man die ausgeschriebenen Beraterleistungen zu marktüblichen Preisen zusammen, ergebe sich eine Summe von knapp 300 Millionen Euro. In Beraterkreisen heiße es, "so einen Auftrag gab es auch in der Privatwirtschaft noch nie".

Entmachtung des Bundesamts für Ausrüstung

Die Ausschreibung zeige, welche Schwierigkeiten von der Leyen beim Umbau der Bundeswehr habe, schreibt die ZEIT. Denn nun werde eine Nebenorganisation zu jener Behörde aufgebaut, die eigentlich für Rüstungsbeschaffung zuständig ist: das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung in Koblenz. Die Behörde mit 9.000 Beschäftigten solle entmachtet werden, heißt es weiter.

Vor zweieinhalb Jahren hatte von der Leyen eine neue Staatssekretärin geholt, die das Rüstungschaos bei der Bundeswehr beenden sollte. Der ZEIT zufolge gilt die ehemalige Unternehmensberaterin Katrin Suder zwar als kompetent und analysestark. Dass sie nun aber knapp 300 Millionen Euro ausgeben müsse, um eine effiziente Rüstungsbeschaffung zu erreichen, zeige, wie verzweifelt die Staatssekretärin inzwischen sei.

Der haushaltspolitische Sprecher der Grünen kritisierte: "Die Summe, die hier in die Hand genommen wird, könnte man besser verwenden, um die strukturellen Probleme beim Amt im Koblenz zu lösen."