Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat ein Ende der Ausbeutung von Afrika gefordert. "Wir müssen endlich aufhören, die Menschen auszubeuten, wie es in den letzten 50 Jahren passiert ist", sagte Müller der Rhein-Neckar-Zeitung. Wichtig im Umgang mit Entwicklungsländern seien faire Preise für Rohstoffe und Hilfen beim Aufbau der verarbeitenden Industrie.

Müller forderte, andere Schwerpunkte zu setzen. Investitionen zu fördern sei viel sinnvoller, als in Europa die Flüchtlingsaufnahme zu investieren. "Wir müssen eine drohende Flüchtlingswelle durch vorausschauende Politik verhindern."

Müller warnte davor, Entwicklungsgelder zu streichen oder mit Sanktionen zu drohen, wenn afrikanische Regierungen bei der Rücknahme von Flüchtlingen nicht kooperierten. "Solche Vorschläge kommen von Leuten, die Afrika nicht kennen", sagte er. "Was macht es für einen Sinn, im Niger, in Senegal oder Marokko Berufsbildungsprogramme zu streichen? Dann wird der Druck, nach Europa auszuwandern, größer."

Forderungen für mehr und bessere Entwicklungshilfe gibt es angesichts der Flüchtlingskrise immer häufiger. So hat der Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) Werner Hoyer unlängst empfohlen, den Zuzug von Flüchtlingen nach Europa mithilfe neuer Milliardeninvestitionen in den Herkunftsländern zu begrenzen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung und sechs weiteren europäischen Zeitungen schlug er vor, Projekte außerhalb der EU mit doppelt so viel Geld wie bisher geplant zu fördern. Zusätzliche sechs Milliarden Euro sollten in den kommenden fünf Jahren dabei helfen, die Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen.