Die zerstrittene AfD wird keinen Sonderparteitag zur Neuwahl ihres Bundesvorstands einberufen. Dies habe der Parteikonvent mit großer Mehrheit beschlossen, sagte der Vorsitzende des Konvents, Berenga Elsner.

Das Gremium hatte insgesamt rund elf Stunden lang hinter verschlossenen Türen über eine Beilegung des Richtungs- und Machtkampfs beraten, in dessen Zentrum die beiden zerstrittenen Co-Vorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen stehen. Elsner sagte, das Gremium habe sich auch mit der Partei in Baden-Württemberg beschäftigt. Dort hatte sich nach einen Machtkampf die Fraktion gespalten. Der Konvent freue sich, dass die Partei im Landtag als eine Fraktion die Arbeit wieder aufnehmen wolle.

Zuletzt hatten sich mehrere führende AfD-Politiker gegen die Absetzung des bisherigen Vorstands gewandt. Sachsen-Anhalts AfD-Chef André Poggenburg sagte unmittelbar vor Beginn des Konvents, dieser werde dem Bundesvorstand "zu Recht Erklärungen abverlangen". Hessens AfD-Vorstandssprecher Peter Münch sagte, er sei grundsätzlich gegen einen Sonderparteitag.

Zu dem Konvent kamen rund 50 Vertreter der Landesverbände und des Bundesvorstands. Kurz vor dem Treffen ging die Bundesvorsitzende Petry auf ihre Kritiker zu und räumte eigene Fehler ein.

In der Partei hatte es zuletzt einen Führungsstreit gegeben. Gut ein Jahr vor der Bundestagswahl ging es auch darum, wer die AfD in den Wahlkampf führt. Petry werden Ambitionen für die Spitzenkandidatur nachgesagt. Dagegen gibt es erheblichen Widerstand in der rechtspopulistischen Partei.