Die wegen ihres gefälschten Lebenslaufs in die Kritik geratene Politikerin Petra Hinz (SPD) hat bislang nicht auf ihr Bundestagsmandat verzichtet. Sie habe inzwischen alle Ämter in ihrer Partei und in ihrem Essener Ortsverein niedergelegt, teilte der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Essen und NRW-Justizminister, Thomas Kutschaty, mit. Hinz habe ihre Genossen in einer E-Mail informiert und angekündigt, sich "zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich zu äußern".

Der SPD-Unterbezirk Essen hatte Hinz eine Frist von 48 Stunden gesetzt, um ihr Mandat niederzulegen. Das Ultimatum war am Mittwochabend verstrichen, ohne dass sich Hinz geäußert hatte. Ein Dreivierteljahr vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen ist die Empörung der Sozialdemokraten über den gefälschten Lebenslauf und Hinz' Umgang damit groß. Aber viel mehr, als Druck zu machen bleibt der SPD nicht: Ein Bundestagsmandat kann nicht entzogen werden, selbst dann nicht, wenn Hinz aus der Partei ausgeschlossen würde. 

Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass Hinz entgegen den Angaben in ihrem Lebenslauf weder Abitur gemacht noch ein Jurastudium abgeschlossen hat. Bereits im Juli hatte sie angekündigt, deswegen auf ihr Mandat zu verzichten – passiert ist bislang nichts.

In der vergangenen Woche meldete sich Hinz beim Bundestag krank, seitdem ist sie in Behandlung. Auf ihrer Internetseite bittet die Politikerin ihre Wegbegleiter, Freunde und Familie um Entschuldigung. Sie sei sehr bestürzt, nicht die Courage aufgebracht zu haben, für ihr Fehlverhalten einzustehen.