Die Landtagsfraktionen AfD und Alternative für Baden-Württemberg (AFB) sind auf dem Weg der Wiedervereinigung. Nach Informationen von ZEIT ONLINE einigte man sich auf einer Klausurtagung  darauf, in den kommenden Wochen einen Fahrplan für die Fusion der beiden Splittergruppen auszuhandeln. Sie dürfte nur noch eine Formsache sein. Denn der frühere gemeinsame Fraktionschef Jörg Meuthen wurde auf der Tagung bereits mit "hoher Zustimmung" der Abgeordneten der Rest-AfD sowie der abgespaltenen ABW zum neuen Vorsitzenden gewählt. Aus Meuthens Umfeld war zu hören, es habe einen Gegenkandidaten gegeben.

Die Gegner Meuthens unterlagen demnach in der Abstimmung oder gaben ihren Widerstand gegen die Wahl des früheren Fraktionschefs auf. Meuthen war bereits Vorsitzender der AfD-Fraktion gewesen, bevor er die im Streit um eine antisemitische Veröffentlichung des Abgeordneten Wolfgang Gedeon verließ.

Wie es in einem ZEIT ONLINE vorliegenden Entwurf einer Mitteilung heißt, wählten die Abgeordneten auch Meuthens Stellvertreter: Gewählt wurden drei Parlamentarier aus der Alt-AfD-Fraktion, in der Meuthens Gegner zurückgeblieben waren: Erwin Sänze, Rüdiger Klos und Bernd Gögel. Aus der ABW-Fraktion um Meuthen wurde ein weiterer Stellvertreter, Rainer Podeswa, gewählt. 

Ursprünglich umfasste die Landtagsfraktion 23 Mitglieder. Als die Fraktion jedoch keine Zweidrittelmehrheit zustande brachte, um den durch antisemitische Äußerungen aufgefallenen Abgeordneten Wolfgang Gedeon aus der Fraktion auszuschließen, war Meuthen mit 13 weiteren Abgeordneten ausgetreten und hatte die ABW-Fraktion gegründet.  

Gedeon war im Juli selbst aus der AfD-Fraktion ausgetreten und sitzt als fraktionsloser Abgeordneter im Parlament. Er hatte den Holocaust als "gewisse Schandtaten" bagatellisiert und Holocaustleugner als "Dissidenten" bezeichnet.