Berlin-Wahl: SPD ein schwacher Sieger, AfD holt Direktmandate

SPD und CDU sind in Berlin auf dem historischen Tiefpunkt. Und die AfD ist mit ihrem zweistelligen Ergebnis nicht ganz zufrieden. Unser Live-Blog zum Nachlesen
Anhänger der SPD klatschen verhalten nach den ersten Ergebnissen zu der Abgeordnetenhauswahl in Berlin. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin ist anders, das bestätigt einmal mehr das Ergebnis der Wahl des Abgeordnetenhauses. Fünf Parteien liegen so eng beieinander wie selten und noch nie wurde eine Partei mit knapp 22 Prozent stärkste Kraft.

Sowohl SPD als auch CDU haben bei der Berlin-Wahl historisch schlechte Ergebnisse eingefahren, dafür können drei andere Parteien jubeln: Die Linke gewann Stimmanteile dazu, die AfD fährt ein zweistelliges Ergebnis ein und auch die FDP schafft es wieder über die Fünfprozenthürde.

Sechs Parteien sind damit künftig im Abgeordnetenhaus vertreten. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller hat sich gegen eine Fortsetzung der bisherigen großen Koalition ausgesprochen. Ein rot-rot-grünes Bündnis gilt daher als wahrscheinlich.

Auf unserer Übersichtsseite: Gewinne und Verluste, Sitzverteilung, mögliche Koalitionen

Alle Ergebnisse

  • 00:03 Uhr
    Sybille Klormann

    Michael Müller kann weiterregieren – aber mit wem? Während die SPD noch trauert, überlegen Grüne und Rote schon, welche Signale sie in einer gemeinsamen Regierung setzen könnten. Lisa Caspari, Tilman Steffen und Philip Ziegler berichten vom heutigen Wahlabend und dem rot-rot-grünen Signal von Berlin an Berlin

  • 23:37 Uhr
    Sybille Klormann

    Die Grünen-Spitzenkandidatin Ramona Pop hat ihr Direktmandat mit 29,9 Prozent der Erststimmen verteidigt – gegen den CDU-Spitzenkandidaten Frank Henkel, für den nur 16,4 Prozent stimmten.

  • 23:35 Uhr
    Sybille Klormann

    Fast alle Stimmen sind ausgezählt und die SPD verbessert sich leicht auf 21,6 Prozent. Eine neue ARD-Hochrechnung sieht die CDU bei 17,6 Prozent, die Grünen bei 15,2 und die Linke bei 15,6 Prozent. Die AfD liegt unverändert bei 14,1 Prozent, die FDP bei 6,7 Prozent.

  • 23:13 Uhr
    Sybille Klormann

    Frank Henkel will trotz des schlechten Ergebnisses seiner Partei CDU-Chef bleiben. Das ist langfristig ziemlich unwahrscheinlich, analysiert Katharina Schuler. Eine potenzielle Nachfolgerin stehe schon bereit. 

  • 22:59 Uhr
    Sybille Klormann

    Die SPD rutscht noch tiefer: 21,5 Prozent laut einer ARD-Hochrechnung von 22.42 Uhr. Die CDU liegt bei 17,6 Prozent, die Grünen bei 15,2. Die Linke ist drittstärkste Kraft mit 15,7 Prozent. Die AfD holt 14,1 Prozent, die FDP 6,7.

  • 22:48 Uhr
    Sybille Klormann

    Die AfD hat mittlerweile einige Direktmandate geholt: Der Bezirk Lichtenberg ging an Kay Nerstheimer, der in Berlin eine rechte Miliz geplant hat. Weitere Direktmandate gingen an AfD-Kandidaten aus den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Pankow-Buch.


    Auch auf mehrere Stadtratsposten in einigen Bezirken kann sich die AfD rechnerisch gute Hoffnungen machen. Damit würde sie bundesweit erstmals nach Wahlen auf kommunaler Ebene mitregieren. Die vier Stadtratsposten pro Bezirk, die unterhalb der Bezirksbürgermeister angesiedelt sind, werden nicht über politische Koalitionen vergeben. Vielmehr wird ein Berechnungssystem angewendet, das die zwei, drei oder vier Parteien mit den meisten Wählerstimmen berücksichtigt. Meist erhält die drittstärkste Partei noch einen der Posten.

  • 22:33 Uhr
    Till Schwarze

    Wer verbirgt sich eigentlich hinter dem Ergebnis der sonstigen oder anderen Parteien? 

  • 22:24 Uhr
    Sybille Klormann

    Rot-Rot-Grün: Nicht nur ist es die wahrscheinlichste Regierungskoalition, sondern auch die beliebteste bei den Wählern. Laut einer Umfrage von Infratest dimap wünschen sich 49 Prozent eine solche Koalition. Für ein Bündnis von SPD, CDU und FDP sprechen sich nur 28 Prozent aus, für eine Koalition von SPD, Grünen und FDP 25 Prozent. Am unbeliebtesten ist ein Bündnis aus CDU, Grünen und FDP (20 Prozent).


  • 22:04 Uhr
    Sybille Klormann

    Für die SPD geht es weiter abwärts: Laut neuer ARD-Hochrechnung liegen die Sozialdemokraten nur noch bei 21,6 Prozent. Dahinter auf Platz 2 liegt die CDU mit 17,5 Prozent, gefolgt von der Linken (15,7) und den Grünen (15,1). Die AfD legt weiter zu und hat nun 14,1 Prozent, die FDP holt 6,7 Prozent.
    "Wir haben für mehr gekämpft", sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. ein. Noch nie hat eine Partei in Deutschland mit so wenig Zustimmung eine Landtagswahl gewonnen. "Das ist nicht schön", gibt auch Müller zu. 

  • 22:01 Uhr
    Till Schwarze

    Der Blick auf die Gewinne und Verluste zeigt, welche Partei im Vergleich zur vergangenen Wahl am meisten Stimmen verloren hat: Nach den Piraten ist es die SPD, die trotzdem stärkste Kraft geworden ist.

  • 21:43 Uhr
    Ute Brandenburger

    Die SPD habe einen Regierungsauftrag erhalten, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Mit deutlichem Vorsprung vor seinen Konkurrenten hat Müller übrigens auch seinen Wahlbezirk in Tempelhof gewonnen.

  • 21:37 Uhr
    Sybille Klormann

    7,3 Prozent der Wähler haben übrigens andere, kleinere Parteien gewählt. Darunter auch Die Partei von Ex-Titanic-Chefredakteur Martin Sonneborn, der heute für seine Partei im EU-Parlament sitzt. Sie ist unter "Anderen" die stärkste Kraft. 

    94,7 Prozent der Wahlbezirke sind mittlerweile ausgezählt.

  • 21:34 Uhr
    Till Schwarze

    Nach der Schlappe in Berlin warnen Vertreter der Parteiführungen von CDU und CSU vor Rot-Rot-Grün im Bund. "Es geht darum, Rot und Grün zum Schwur zu verpflichten, dass sie kein Linksbündnis eingehen", sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer am Sonntagabend in der Berliner Runde im ZDF. Sein CDU-Kollege Peter Tauber sagte: "Es gilt, eine rot-rot-grüne Regierung zu verhindern." Die Union werde 2017 dafür kämpfen, dass ohne CDU/CSU keine Regierung gebildet werden könne. 


    Die SPD-Generalsekretärin Katarina Barley verwies auf einen Leitantrag ihrer Partei, in dem klare Anforderungen an mögliche Koalitionspartner genannt werden. "Die Linke muss sich entscheiden zwischen einer Linkspartei von Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch", sagte Barley im ZDF. Der Linken-Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn entgegnete: "Wir werden uns für einen Politikwechsel entscheiden." Die große Koalition im Bund sei "derzeit nicht regierungsfähig".

  • 21:05 Uhr
    Philip Ziegler
    Grüne ohne "Fukushima-Rückenwind": Während sich der Raum leert, wechselt die Beleuchtung von Grün zu Bunt – schließlich war Ziel des Wahlkampfs, ein buntes Berlin zu wahren. "Wir sind sehr zufrieden. Wir haben unsere drei Wahlziele erreicht", sagt Spitzenkandidatin Antje Kapek: 1. Die große Koalition abschaffen. 2. Das historisch beste Ergebnis der Vorwahl halten können. 3. Teil der nächsten Regierung sein. 

    Bei den Grünen verlässt man sich darauf, dass SPD-Spitzenkandidat Michael Müller sich an seine Aussage hält, nicht noch einmal mit der CDU regieren zu wollen. Über Inhalte der Koalitionsverhandlungen mag man bei den Grünen aber noch nicht reden. So hat es aber auch Symbolkraft, dass zwischen den bunten Farben auf der Wahlparty ein blaues Scheinwerferlicht tanzt – die AfD sitzt im Abgeordnetenhaus. "Es wird auch Aufgabe der regierenden Parteien sein, das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen", sagt Antje Kapek.
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  • 21:02 Uhr
    Sybille Klormann

    Eine neue Hochrechnung sieht die SPD jetzt bei nur noch 21,9 Prozent. Die CDU kommt jetzt auf 17,7 Prozent, die Grünen erreichen 15,3 Prozent, die Linke 15,6 Prozent. Die FDP legt noch leicht zu auf 6,7 Prozent. Auch die AfD legt weiter zu und erreicht jetzt 13,8 Prozent.

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