Seit acht Uhr sind am Sonntag gut 1,3 Millionen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern aufgerufen, das Parlament für die nächsten fünf Jahre zu wählen. Um die 71 Landtagsmandate im Schweriner Schloss bewerben sich 389 Kandidaten. Knapp 1.700 Wahlräume wurden eingerichtet, rund 17.000 Wahlhelfer stehen bereit. Die ersten Hochrechnungen werden kurz nach der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr vorliegen.

In den Umfragen lag zuletzt die SPD mit 28 Prozent vorn. Das wäre ein deutlicher Verlust im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren. Damals erhielten die Sozialdemokraten 35,6 Prozent. Die CDU und die AfD lagen zuletzt bei rund 22 Prozent gleichauf. Die Linkspartei kam auf rund 13 Prozent, die Grünen lagen bei sechs und die FDP bei drei Prozent.

Würden die Umfrageergebnisse bestätigt, könnten SPD und CDU dennoch ihre bisherige große Koalition fortsetzen. Alternativ könnte es auch knapp für Rot-Rot-Grün reichen. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hatte vor der Wahl offengelassen, mit wem er gegebenenfalls weiterregieren will.

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Gewinne und Verluste, Sitzverteilung, mögliche Koalitionen

Die sechs Spitzenkandidaten gaben ihre Stimme am Vormittag ab. Sellering zeigte sich zuversichtlich, dass die SPD trotz der prognostizierten Verluste stärkste Partei wird. "Es geht um die Zukunft unseres Landes", sagte Sellering vor seiner Stimmabgabe. Wichtig sei, dass viele Menschen zur Wahl gingen und ihre Entscheidung nicht von bundespolitischen Themen abhängig machten. AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm gab sich siegesgewiss. "Wir hoffen auf ein Ergebnis gut in den 20ern", sagte Holm. 

Vor allem das Abschneiden der rechtspopulistischen AfD wird mit Spannung erwartet. Die Partei tritt im Nordosten erstmals bei einer Landtagswahl an und könnte vor der CDU zweitstärkste Kraft werden.

Höhere Wahlbeteiligung als 2011

Das Interesse an der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern ist auch außerhalb des Bundeslandes groß. Sie gilt zusammen mit der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin in zwei Wochen als Stimmungstest für die Bundestagswahl im nächsten Jahr. Dementsprechend zeichnet sich auch eine etwas höhere Wahlbeteiligung als noch vor fünf Jahren ab.  

Wie Landeswahlleiterin Doris Petersen-Goes mitteilte, hatten bis 14 Uhr 32,8 Prozent der Wähler ihre Stimmen abgegeben. Das seien drei Prozentpunkte mehr als 2011. Zudem lag die Briefwahlquote landesweit in diesem Jahr deutlich höher als vor fünf Jahren. Bei regnerischem Wetter verlaufe die Wahl sonst ohne Besonderheiten und sehr ruhig, sagte Petersen-Goes. Bei der letzten Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern stimmte nur etwa jeder Zweite ab: Die Wahlbeteiligung betrug damals 51,5 Prozent.