CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat nach den Mobbingvorwürfen gegen ihn Unterstützung aus seinem hessischen Kreisverband erhalten. Dem Ansehen von Tauber und der CDU im Main-Kinzig-Kreis solle durch "persönliche und destruktive Angriffe" geschadet werden, sagte der Vorsitzende des CDU-Kreisverbands, Johannes Heger. 

Heger bekundete, nicht den geringsten Zweifel an der persönlichen Integrität von Tauber zu haben. "Ich unterstütze ihn ausdrücklich", sagte Heger. Offenbar sähen es einzelne Personen in der Partei als ihre Aufgabe an, "das Wirken vieler engagierter Christdemokraten mit Füßen zu treten".

Tauber steht wegen Mobbingvorwürfen aus seiner Zeit als Kreisvorsitzender in der Kritik. Fest steht, dass in seiner Amtszeit ein Papier kursierte, in dem unter dem Titel Pflegehinweise für das Kaninchen eine Mobbingstrategie gegen die damalige CDU-Geschäftsführerin Anne Höhne-Weigl entwickelt wurde. Tauber hat bestritten, das Papier verfasst zu haben. Allerdings räumte er ein, dass seine Unkenntnis ein Fehler gewesen sei. Taubers Vorgänger als Kreisvorsitzender, Tom Zeller, hat die Verantwortung für das Mobbingpapier übernommen, sagte aber auch, Tauber sei "an den Überlegungen beteiligt" gewesen.

Höhne-Weigl wirft Tauber allerdings mittlerweile vor, sie auch persönlich gemobbt zu haben. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung (SZ) sagte sie, ein Mitarbeiter Taubers habe ihre dienstlichen und privaten Telefongespräche mitgehört und den Inhalt anschließend an Tauber – von 2011 bis 2014 ihr Kreisvorsitzender – weitergeleitet. Zudem hätten Mitarbeiter der Kreistagsfraktion für Tauber festgehalten, "ob ich lächle, wie ich telefoniere (in welchem Ton) und ob ich die Rollos der Fenster auch schließe".

Ziel der Mobbingaktion war laut Papier, Höhne-Weigl aus der Partei zu drängen. Laut SZ wird in dem Schreiben unter anderem empfohlen, ihr für den Fall, dass sie nicht freiwillig einen Aufhebungsvertrag unterschreibt, mit der Kündigung ihrer Tochter zu drohen, die ebenfalls für die CDU tätig war.