Der Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner ist tot. Das teilte die Berliner Partei mit. Claus-Brunner sei unheilbar krank gewesen. Wie der 44-jährige zu Tode kam, sei noch nicht abschließend geklärt. Die Partei geht davon aus, dass er sich selbst getötet hat. Die genauen Umstände seien ungeklärt.

Die Berliner Polizei teilte mit, in einer Steglitzer Wohnung seien zwei Leichen gefunden worden. Bei dem zweiten Toten soll es sich ebenfalls um einen Mann handeln. Eine Mordkommission ermittelt.

Bei den Piraten wurde Claus-Brunner "Faxe" genannt. In einer Mitteilung der Partei heißt es: "Faxe war nie einfach und er hatte es auch nie leicht. Jeder von uns kann eine Geschichte über ihn erzählen. Auch sein Auftreten, immer in Latzhose und mit Kufiya (Palästinensertuch) um den Kopf, seine im wahrsten Sinne große Erscheinung, hat ihn immer sofort für alle sichtbar gemacht." 

Im Oktober 2011, als Claus-Brunner als Mitglied der ersten Piraten-Fraktion ins Abgeordnetenhaus von Berlin einzog, habe er nach einigen Querelen um eben diese Kufiya "diese einfach um eine Kette mit Davidstern ergänzt. Auch so war Faxe – pragmatisch mit Haltung", schreibt die Partei weiter. "Lebwohl, Faxe! Wir werden dich vermissen."

Die Arbeit im Abgeordnetenhaus habe ihm einen neuen Weg in seinem Leben aufgezeigt, schreibt die Partei weiter. Nach der Berlin-Wahl am gestrigen Sonntag wird die Piratenpartei nicht mehr im Abgeordnetenhaus vertreten sein.

Anmerkung der Redaktion: ZEIT ONLINE geht behutsam mit dem Thema Suizid um, da es Hinweise darauf gibt, dass bestimmte Formen der Berichterstattung zu Nachahmungsreaktionen führen können. Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert und sogar geheilt werden.Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie etwa bei der Telefonseelsorge unter der Rufnummer 0800 - 111 0 111 und 0800 - 111 0 222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist anonym, kostenlos und wird weder auf der Telefonrechnung noch dem Einzelverbindungsnachweis erfasst. Weitere Beratungsangebote sind etwa hier auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention zu finden.Hilfe für Angehörige Suizidgefährdeter bietet auch der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker unter der Rufnummer 01805 - 950 951 und der Festnetznummer 0228 - 71 00 24 24 sowie der Emailadresse seelefon@psychiatrie.de.