Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat sich nach Informationen der ZEIT mit der Vorsitzenden des französischen Front National (FN), Marine Le Pen, getroffen. Ein FN-Vertreter bestätigte der ZEIT, dass die beiden Frauen Anfang Juli ein ausführliches Gespräch in einem Restaurant in der Nähe von Straßburg geführt hätten.

Das Treffen sei "sehr erfreulich" gewesen, die zwei Frauen hätten "politische Freundschaft" geschlossen. "Beide wollen das Gespräch fortsetzen und intensivieren." Der FN-Vertreter hatte selbst an dem Treffen teilgenommen.

Die Annäherung an den ultrarechten Front National ist in der AfD umstritten. Petry selbst hatte jede Zusammenarbeit abgelehnt: "Mit dieser Partei hat die AfD nichts gemeinsam. Schließlich steht die AfD für mehr Freiheit und Eigenverantwortung anstatt für mehr Staat und weitere Umverteilung", hatte sie ZEIT ONLINE in einem Interview gesagt.

Auch innerhalb der AfD gab es Widerstand gegen ein mögliches Treffen. Der stellvertretende Chef der Partei, Alexander Gauland, sagte der Frankfurter Allgemeinen am Sonntag, er halte so ein Treffen "nicht für glücklich". Seiner Ansicht nach würde das innerhalb der Partei zu Problemen führen. Einige Mitglieder haben massive Vorbehalte gegen die Politik des Front National. Auch Beatrix von Storch, Vizevorsitzende der AfD, ist gegen eine enge Zusammenarbeit mit dem Front National. Dies begründet sie allerdings nicht mit dessen rechtsextremer und rassistischer Politik, sondern damit, dass dessen Wirtschaftspolitik sozialistisch sei. Der Vorsitzende der AfD-Fraktion in Thüringen, Björn Höcke, sprach sich für eine Zusammenarbeit der beiden Parteien aus.