Die AfD-Fraktion im baden-württembergischen Landtag hat sich wieder zusammengeschlossen. Die 22 Abgeordneten der Alternative für Deutschland (AfD) und der zwischenzeitlich gegründeten Alternative für Baden-Württemberg (ABW) seien wieder in einer Fraktion vereint, teilten AfD und ABW in Stuttgart mit. Zum Fraktionsvorsitzenden wurde demnach der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen gewählt.

Dem neuen Fraktionsvorstand gehören Mitglieder beider bisheriger Fraktionen an. Zu Meuthens Stellvertreter wurden Bernd Gögel, Rüdiger Klos und Emil Sänze (alle AfD) sowie Rainer Podeswa (Ex-ABW) bestimmt. Parlamentarischer Geschäftsführer ist der Ex-ABW-Mann Anton Baron.

Meuthen und 13 weitere Mitglieder der AfD-Landtagsfraktion hatten sich im Sommer von der damals noch 23 Mitglieder zählenden AfD-Fraktion abgespalten. Grund hierfür war der gescheiterte Fraktionsausschluss des Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon Anfang Juli. Gedeon wird vorgeworfen, die Verbrechen gegen die Juden in der Nazizeit verharmlost zu haben. Der Arzt hatte in einem Buch behauptet, das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin diene der Erinnerung an "gewisse Schandtaten". Den Holocaust bezeichnete er als "Zivilreligion des Westens".

Gedeon erklärte später selbst seinen Fraktionsaustritt. Im Stuttgarter Landtag sitzt er künftig als fraktionsloser Abgeordneter.

Das Zerwürfnis beider Parteien hat das Land Baden-Württemberg einiges gekostet. Wie der SWR vorrechnet, sind dem Landtag durch die Gründung der ABW-Fraktion von Juli bis Oktober zusätzliche Kosten von 222.331 Euro entstanden. Das Geld sei bereits überwiesen worden. Für Oktober muss die ABW-Fraktion nun einen anteiligen Betrag zurückzahlen.

Unklar ist nach dem Zusammenschluss, wie es mit dem noch von AfD- und ABW-Fraktion gemeinsam gestellten Antrag auf Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zum Thema Linksextremismus weitergeht. Laut Geschäftsordnung kann ein Untersuchungsausschuss nur auf Antrag von zwei Fraktionen eingesetzt werden.