Der ganz große Aufstand wird wohl ausbleiben: CDU-Chefin Angela Merkel bekommt trotz des politischen Streits mit der CSU öffentliche Rückendeckung aus den Reihen der Schwesterpartei für eine erneute Kanzlerkandidatur. "Angela Merkel ist unsere Kandidatin. Daran kann es keinen Zweifel geben", sagte der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber dem Spiegel. "Und ich würde mir wünschen, dass diese Aussage rasch kommt – von ihr und von uns."

Auch CSU-Chef Horst Seehofer sei inzwischen zu der Überzeugung gelangt, dass seine Partei am Ende Merkel unterstützen müsse, schreibt das Magazin. "Wir sind uns in den letzten Wochen in vielen Punkten nähergekommen", sagte Seehofer. "Wenn es in einem weiter Differenzen gibt, dann können wir das aushalten."

Dem Bericht zufolge kamen Merkel und Seehofer am Freitag vergangener Woche in Berlin überein, dass ein gegenseitiger Besuch bei den Parteitagen der jeweiligen Schwesterpartei derzeit nicht sinnvoll sei, da ein unfreundlicher Empfang drohe. Allerdings werde es wohl Anfang 2017 ein Treffen der Spitzengremien von CDU und CSU in München geben, nachdem es bei einem vorherigen Treffen im Juni nicht gelungen sei, die Differenzen in der Flüchtlingspolitik auszuräumen. Die CSU verlangte immer wieder eine jährliche Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen; die CDU lehnt eine starre Grenze ab.

Laut Spiegel könnte die Zusammenkunft in München dazu dienen, das Wahljahr einzuläuten und die Unterstützung der CSU für Merkels Spitzenkandidatur bei der Bundestagswahl 2017 zu demonstrieren.