Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer will politisch kürzer treten. Seehofer, der auch bayerischer Ministerpräsident ist, will im kommenden Jahr eines seiner Ämter aufgeben. "Ich kann für die CSU nicht ewig den Libero machen", sagte Seehofer. "Einmal soll ich die absolute Mehrheit in München holen und dann die bayerischen Interessen in Berlin durchsetzen."

Grund für die Ämtertrennung sei unter anderem die zu erwartende Aufsplitterung der Parteienlandschaft nach der nächsten Bundestagswahl. "Damit wir da den anderen die Stirn bieten können, brauchen wir den CSU-Chef und weitere starke Kräfte in Berlin", so Seehofer. Sowohl mit Franz Josef Strauß als auch mit Theo Waigel als CSU-Vertreter in der Hauptstadt sei die Partei gut gefahren, so Seehofer.

Im kommenden Bundestagswahlkampf will Seehofer mit einem ehrgeizigen Plan zur Steuersenkung ziehen. Die CSU plane eine Steuerentlastung von 15 Milliarden Euro für kleinere und mittlere Unternehmen, sagte er der Bild am Sonntag. Außerdem wolle man "die stufenweise Abschaffung des Solis, der 2018 schon 18 Milliarden Euro beträgt. Das zusammen wäre die größte Steuersenkung aller Zeiten und damit gehen wir auch in den Wahlkampf", so der bayerische Ministerpräsident.

Die geplante Steuerentlastung solle jedoch nicht über neue Schulden finanziert werden. "Der Bund verfügt seit vielen Jahren über hohe Steuereinnahmen – bis 2020 werden mehr als 100 Milliarden Euro erwartet", sagte der CSU-Politiker gegenüber der BamS. "Da gilt der alte Schlager-Text: Wenn nicht jetzt, wann dann?"

Zur Frage, ob er selbst Spitzenkandidat für die Bundestagswahl werden wolle, äußerte sich Seehofer nur vage: "Es ist schön, wenn die Menschen in Bayern der Meinung sind, dass das am besten der Seehofer machen kann. Das löst aber nicht mein Libero-Thema."