Die Marine soll fünf neue Korvetten im Wert von 1,5 Milliarden Euro bekommen. Die schwarz-rote Koalition habe sich überraschend auf diesen Rüstungsdeal geeinigt, berichtete die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf eine gemeinsame Stellungnahme der beiden Bundestagsabgeordneten Eckhardt Rehberg (CDU) und Johannes Kahrs (SPD). Beide sitzen im Haushaltsausschuss des Bundestages.

Angeschafft werden die Schiffe, um den "neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen im Ostseeraum, im Mittelmeer und in globaler Hinsicht" nachzukommen, gaben Kahrs und Rehberg dem Bericht zufolge bekannt. "Die deutsche Marine ist mit ihren Einheiten und Besatzungen nach Jahren des Abbaus in den laufenden Einsätzen wie beispielsweise am Horn von Afrika oder im Libanon gebunden", schrieben sie weiter.

Anfang November solle das Korvettenvorhaben in der Haushaltswoche des Bundestags in die Beratungen eingebracht und beschlossen werden. Damit wird die Korvettenflotte der Marine verdoppelt. Ziel ist es der Süddeutsche Zeitung zufolge, bereits 2019 zwei der Schiffe in Dienst zu stellen. Die übrigen drei sollen demnach 2023 folgen.

Hintergrund der Initiative sollen Verzögerungen bei der Anschaffung eines anderes Schiffstyps sein. Weil sich die Verhandlungen mit den Anbietern über das Mehrzweckkampfschiff MKS 180 verzögern, werde ein Teil der für das Rüstungsvorhaben benötigten Mittel frei. Bei der Beschaffung der größeren Schiffe MKS 180 geht es um vier Schiffe, die die Marine für vier Milliarden Euro entwickeln und bauen lassen will.

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums sagte, das Ministerium kenne die Initiative im Bundestag und unterstütze sie, weil es den Bedarf der Marine kenne. Dort ist die Zahl der Schiffe in den letzten Jahren gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der Einsätze. Im November sollen zudem die letzten Schnellboote außer Dienst gestellt werden, die über Jahrzehnte den Ostseeraum gesichert hatten. Durch die Verschlechterung des Verhältnisses zu Russland hat die Sicherung dieses Seegebiet wieder an Bedeutung gewonnen.

Die neuen Korvetten sollen offenbar die Lücke schließen, die durch die Ausmusterung der Schnellboote entsteht. Korvetten sind kleiner und wendiger als Fregatten und gut für den Einsatz in Küstengewässern und Meeren wie der Ostsee geeignet.