Die Vorsitzende des Bundestagsrechtsausschusses, Renate Künast, hat einen Untersuchungsausschuss zum Suizid des Terrorverdächtigen Jaber al-Bakr in einem Leipziger Gefängnis gefordert. "Es muss eine unabhängige Aufklärung geben", sagte die Grünen-Politikerin der Berliner Zeitung. "Es geht nicht, dass das die Landesregierung und die sächsische Justiz allein bestimmen." Aus ihrer Sicht gibt es nur zwei Möglichkeiten, um dies zu gewährleisten. "Entweder man setzt eine unabhängige Untersuchungskommission ein – oder gleich einen Untersuchungsausschuss", sagte Künast. Dass sich Al-Bakr in der Justizvollzugsanstalt habe umbringen können, sei "ungeheuerlich". Künast arbeitete Ende der 1970er Jahre als Sozialarbeiterin in der JVA Berlin-Tegel.

Linken-Chefin Katja Kipping warf der sächsischen Regierung unterdessen völliges Versagen vor. Der Skandal des Suizids von Al-Bakr sei zum völligen Fiasko der sächsischen Landesregierung geworden, sagte die Dresdner Politikerin. "Der Justizminister wiegelt ab und flüchtet sich in absurdeste Erklärungsversuche, anstatt einfach mal die Verantwortung zu übernehmen – und zu gehen", sagte Kipping. "Schlimmer noch, der Selbstmord verhindert die so wichtige Aufklärung über die möglichen Hintermänner des vermeintlichen Attentäters und seine Pläne und Ziele", sagte Kipping. "Die CDU Sachsen redet immer von Recht und Ordnung, ist aber in Wahrheit ein Sicherheitsrisiko für das ganze Land."

Suizid von Jaber al-Bakr - "Das hätte nicht passieren dürfen" Der Justizminister Sachsens Sebastian Gemkow (CDU) und der Leiter der JVA Leipzig, Rolf Jacob, äußerten sich zu den Suizidumständen des Terrorverdächtigen Jaber al-Bakr. © Foto: Arno Burgi/dpa