Das Gesundheitsministerium will nach Informationen der Rheinischen Post ein Register für Samenspender aufbauen, damit Kinder aus künstlicher Befruchtung die Identität ihres leiblichen Vaters auf jeden Fall erfahren können. Zu jeder Spende sollen Samenbanken künftig Name, Vorname, Geburtstag, Geburtsort, Staatsangehörigkeit und Anschrift des Spenders speichern müssen, wie die Zeitung unter Berufung auf einen ihr vorliegenden Gesetzentwurf berichtet.

Die Samenbanken dürften den Samen dann auch nur noch an reproduktionsmedizinische Einrichtungen übergeben, die ihrerseits verpflichtet sind, die Daten der Mutter und des Kindes festzuhalten. Aus diesen Angaben solle beim in Köln ansässigen Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information ein bundesweites Samenspenderregister entstehen, das die Daten zu jedem erzeugten Kind 110 Jahre lang speichern muss, heißt es in dem Bericht weiter.

Weder der Spender noch die gesetzlichen Eltern des Kindes sollen demnach selbst Anspruch darauf haben, voneinander zu erfahren. Bloß dem Kind werde dieser Anspruch eingeräumt, ab seinem 16. Lebensjahr dürfe es ihn dann auch nur noch selbst wahrnehmen. Kind und Samenspender sollten die Informationen gleichzeitig bekommen, sodass sich auch der leibliche Vater auf eine Begegnung einstellen könne.

Damit die Spendenbereitschaft nicht abnimmt, will Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) laut der Zeitung klarstellen, dass Samenspender rechtlich nicht zum Vater erklärt werden können – und damit vor Unterhalts- und weiteren Ansprüchen geschützt sind.