Die AfD-Führung will mit mehreren Kandidaten in den Bundestagswahlkampf ziehen. "Der Bundesvorstand beschließt als Empfehlung an den Bundesparteitag, mit einer Spitzenmannschaft in den Bundestagswahlkampf 2017 zu gehen", heißt es in einem Beschluss, der der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Die Frage, wie viele Spitzenkandidaten die AfD ins Rennen schickt, soll beim Bundesparteitag im April 2017 in Köln entschieden werden.

Parteichefin Frauke Petry wird damit nicht die alleinige Spitzenkandidatin der AfD. Begründet wird die Entscheidung damit, dass dann die "unterschiedlichen gesellschaftlichen Strömungen und Schichten in der AfD und damit der Charakter der Alternative für Deutschland als erfolgreich wachsende Volkspartei am besten kommuniziert werden".

Der Beschluss, der mit großer Mehrheit angenommen wurde, war von Vorstandsmitglied André Poggenburg eingebracht worden. Auf die Frage, ob aus seiner Sicht Parteivize Alexander Gauland Teil dieses Teams sein solle, sagte er, neben Gauland würde er dort auch den Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke sehen – falls dieser kandidieren sollte. Höcke und Poggenburg gehören beide dem rechtsnationalen Flügel der AfD an.

Gauland hatte Parteichefin Frauke Petry vor der Sitzung bereits angeboten, gemeinsam ein Spitzenteam für den Bundestagswahlkampf zu bilden. Der Co-Vorsitzende der AfD, Jörg Meuthen, hatte vor einigen Tagen erklärt, er werde nicht für den Bundestag kandidieren. 

Unterdessen sind Medienvertreter endgültig vom Parteitag der baden-württembergischen AfD ausgeschlossen worden, der an diesem Samstag in Kehl stattfindet. Das ergab eine Abstimmung der stimmberechtigten AfD-Mitglieder. Der Landesvorstand hatte bereits zuvor beschlossen, die Presse von der Veranstaltung zu verbannen, weil Menschen mit "abstrusen Ansichten" ans Rednerpult treten und damit das Bild der Partei negativ beeinflussen könnten. Zuletzt hieß es, die Stadthalle in Kehl biete nicht genug Platz für die Medien.