In einer Vorstandsklausur will die SPD über ihren Kanzlerkandidaten entscheiden. Ende Januar soll der Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl 2017 bestimmt werden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Parteikreise. Darauf habe sich die SPD-Spitze einstimmig verständigt. Damit bleibt die SPD bei ihrem ursprünglichen Zeitplan. Die Sozialdemokraten wollen sich nach eigenen Angaben nicht von der Ankündigung Angela Merkels treiben lassen.

Vizekanzler Sigmar Gabriel hat als SPD-Chef den ersten Zugriff in der Kanzlerkandidatenfrage. Noch gibt es keine Entscheidung. Gabriel kennt seine mäßigen Beliebtheitswerte in der Bevölkerung. Der Steinmeier-Coup im Bundespräsidentenpoker brachte ihm aber Unterstützung. Würde Gabriel wie 2013 zurückziehen, stünde EU-Parlamentspräsident Martin Schulz bereit.

Parteivize Ralf Stegner hatte zuvor der Deutschen Presse-Agentur zur K-Frage gesagt: "Was wir tun, und wann wir es tun, beraten wir in der Führung." Stegner betonte, die SPD könne trotz derzeit mäßiger Umfragen selbstbewusst in den Bundestagswahlkampf gegen Merkel gehen. "Wir unterschätzen sie nicht. Aber ihr Mythos der Unbesiegbarkeit ist weg." Auch das Unionsargument, Merkel sei nach der Ära von US-Präsident Barack Obama die letzte Hoffnung des Westens gegen die Populisten, werde nicht verfangen. Die "Weltenretterin" Merkel habe es noch nicht einmal geschafft, die soziale Spaltung Europas zu verhindern.


CDU-Kanzlerkandidatur - "Linke werden alles tun, um eine vierte Amtszeit von Merkel zu verhindern" Dietmar Bartsch, der Fraktionschef der Linken, kritisierte außerdem Horst Seehofers Unterstützung für Merkels erneute Kanzlerkandidatur. © Foto: Reuters TV