Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte eine eigene Kandidatin für das Bundespräsidentenamt gefunden. Laut Informationen des Spiegels und der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hatte die frühere Grüne Marianne Birthler zugesagt, für die Nachfolge von Joachim Gauck zu kandidieren. Allerdings sagte die ehemalige Beauftragte für die Stasi-Unterlagen wenige Stunden vor dem entscheidenden Treffen ab. Laut FAS waren Birthler kurzfristig Bedenken gekommen, ob sie dem Amt gewachsen ist.

In den Prozess sollen auch die Grünen eingebunden gewesen sein. Die Nominierung wäre ein Signal für eine schwarz-grüne Perspektive nach der nächsten Bundestagswahl gewesen. Eine Kandidatur der über Parteigrenzen hinweg anerkannten Birthler wäre den Berichten zufolge auch von der CSU mitgetragen worden.

Bei dem Treffen hatten sich Union und SPD schließlich auf Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) geeinigt. Die Union hatte nach Birthlers Absage keine eigene Option mehr gehabt.

Mögliche Konstellationen in der Bundesversammlung 2017

Frank-Walter Steinmeier - "Ich will die Kräfte wecken, die in dieser Gesellschaft stecken" Die Parteispitzen von CDU, CSU und SPD haben den Außenminister einstimmig nominiert. Damit gilt die Wahl Steinmeiers zum Bundespräsidenten im Februar 2017 als sicher. © Foto: Kay Nietfeld/dpa