Die Polizeibehörden wollen laut einem Bericht mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen auf die Silvesternacht in Köln reagieren. Der Kölner Express zitierte aus den internen Handlungsempfehlungen einer Arbeitsgruppe, über welche die Innenminister von Bund und Länder bei ihrem bevorstehenden Herbsttreffen beraten wollten. Rechtsfreie Räume dürften "weder in der Realität noch im individuellen Empfinden entstehen", heißt es in den Empfehlungen.

Bei Großveranstaltungen sollen demnach häufiger Einlasskontrollen stattfinden und es sollten qualitativ hochwertige Videoüberwachung eingesetzt werden. Auch Polizeipferde und Hubschrauber müssten verstärkt eingesetzt werden. Mobile Dienststellen sowie der Einsatz von Beamten mit einer Schulung zur Anzeigenaufnahme bei Sexualdelikten sollten die Strafverfolgung erleichtern. Auch solle es einen schnellen internationalen Datenabgleich von Tatverdächtigen über Europol geben.

An dem Entwurf des Abschlussberichts hatten nach Angaben der Zeitung neben dem Bundeskriminalamt Vertreter aus sieben Bundesländern sowie der Bundespolizei mitgewirkt. Die Autoren fordern darin auch eine "konsequente und umfassende Ersterfassung von Asylsuchenden/Flüchtlingen bereits bei der Einreise". Dieses werde zur Prävention und für die Ermittlung als zwingend erforderlich angesehen.

Silvesternacht in Köln - Was in der Silvesternacht am Dom geschah Unveröffentlichte Aufnahmen von Bodycams und Überwachungskameras zeigen: Am Kölner Hauptbahnhof waren zu wenig Beamte im Einsatz. So entstanden gefährliche Situationen. © Foto: Zeit Online

In der Silvesternacht hatten überwiegend aus dem nordafrikanischen Raum stammende Täter am und im Kölner Hauptbahnhof massive sexuelle Übergriffe auf Frauen und Diebstahldelikte verübt. Die Polizei konnte den Großteil der Taten nicht unterbinden und den Opfern nicht helfen. Die Übergriffe lösten eine bundesweite Debatte über den Umgang mit straffälligen Flüchtlingen aus.