Am Abend werden die Koalitionsspitzen erneut über Nachbesserungen in der Rentenpolitik beraten. Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) mahnte, dabei unhaltbare Versprechen zu geben. "Ich warne sehr davor, dass wir jetzt große Milliardenpakete ins Schaufenster stellen", sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Das Versprechen etwa eines wieder höheren Rentenniveaus von 48 oder 50 Prozent würde zu Milliardenbelastungen der jüngeren Generation führen.

Spahn sagte, es sei sinnvoll, sich bei Nachbesserungen auf einzelne Gruppen zu konzentrieren. Dies seien etwa Erwerbsgeminderte, sogenannte Soloselbständige wie Taxifahrer oder Kioskbesitzer oder Geringverdiener, die lange Zeit gearbeitet haben, aber dennoch nur geringe Renten haben. Für solche Gruppen etwas zu tun, sei sinnvoll und werde gar nicht so sehr teuer.

Auf die Einführung einer Garantierente besteht hingegen Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Viele Menschen hätten lange in die Rentenkasse eingezahlt, ihr geringes Einkommen habe jedoch dazu geführt, dass sie am Ende nur eine Rente auf Sozialhilfeniveau bekämen, sagte der Politiker ebenfalls im Morgenmagazin. Wer 30 Jahre eingezahlt habe, müsse deutlich mehr Rente bekommen. Zu den Plänen von Sozialministerin Andrea Nahles (SPD), kleine Renten aufzustocken, sagte Hofreiter: "Das wäre ein richtiger, ein erster kleiner Schritt."

Die Koalitionsspitzen kommen am Abend im Kanzleramt zusammen, um über die strittigen Fragen in der Rentenpolitik zu beraten. Zu den offenen Punkten gehören die Ost-West-Angleichung, die Solidarrente sowie die Fragen des künftigen Rentenniveaus und der Beiträge. An dem Treffen nehmen neben den Fraktions- und Parteispitzen von CDU/CSU und SPD, Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sowie Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) teil. Nahles stellt ihr eigenes Konzept zur Alterssicherung am Freitag vor.