Ein Großteil der Deutschen befürwortet die weitere Kanzlerkandidatur von Angela Merkel. Laut einer Umfrage des ZDF sind 64 Prozent mit der Entscheidung der Bundeskanzlerin zufrieden. 33 Prozent der Befragten sind allerdings gegen eine weitere Amtszeit. Unter Anhängern der Union wiederum findet die CDU-Vorsitzende mit ihrer Entscheidung bei 89 Prozent Rückhalt und nur bei zehn Prozent Ablehnung.

Der Umfrage zufolge genießen Merkel sowie CDU und CSU auch insgesamt wieder mehr Unterstützung unter den Wählern. So zog die Kanzlerin in der Liste der zehn wichtigsten Politiker an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vorbei auf Platz drei. Vor ihr liegt demnach auf Platz eins Außenminister Frank-Walter Steinmeier vom Koalitionspartner SPD, gefolgt vom grünen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU dem Politbarometer zufolge auf 36 Prozent und die SPD auf 21 Prozent. Die Linke bliebe demnach bei zehn Prozent, die Grünen auf elf Prozent, gefolgt von der FDP mit fünf. Bei der AfD wäre mit 13 Prozent zu rechnen.

CDU-Kanzlerkandidatur - "Diese Wahl wird schwierig" Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet im nächsten Wahlkampf Anfechtungen von rechts und links. Ein Ausschnitt aus ihrer Pressekonferenz © Foto: Markus Schreiber/AP Photo/dpa

Schlechte Chancen für Schulz und Gabriel

In der noch offenen Frage, wer für die SPD als Kanzlerkandidat antritt, liegt der noch amtierende EU-Parlamentspräsident Martin Schulz in der Umfrage klar vor Parteichef und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Insgesamt plädieren 51 Prozent aller Befragten dafür, Europapolitiker für die SPD ins Rennen zu schicken. Nur 29 Prozent sind hingegen für den Vizekanzler. Bei den SPD-Anhängern sprechen sich 64 Prozent für Schulz und 27 Prozent für Gabriel aus.

Beide liegen allerdings in den Umfragen deutlich hinter Merkel. 63 Prozent aller Befragten würden Merkel als Kanzlerin vorziehen, Gabriel käme dabei nur auf 25 Prozent. Sollte Schulz gegen Merkel kandidieren, sprächen sich 47 Prozent für die Amtsinhaberin und 39 Prozent für den Europapolitiker aus.

Das ZDF-Politbarometer geht auf eine repräsentative Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen zurück, die vom 22. bis 24. November etwa 1.200 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte befragt hatte.

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