Geschätzt 55.000 Migranten haben Deutschland in diesen Jahr einem Medienbericht zufolge freiwillig verlassen und sind in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt – so viele wie seit 16 Jahren nicht. Ein Großteil stammt demnach aus Ländern des Westbalkans und hätte nur geringe Chancen auf ein dauerhaftes Bleiberecht gehabt: Mit etwa 15.000 Rückkehrern bis November seien Albaner die größte Gruppe, berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Verweis auf interne Schätzungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Dahinter folgten mit jeweils gut 5.000 ausgereisten Migranten Serbien, Irak und Kosovo. Die Menschen hätten Geld vom Staat erhalten und dürften in vielen Fällen ihrer Abschiebung zuvorgekommen sein.

Die Anzahl der Abschiebungen liegt dem Bericht zufolge mit geschätzt 25.000 in diesem Jahr nicht einmal halb so hoch wie die der freiwilligen Rückreisen. Die mit Geld vom Staat unterstützen Ausreisen würden den Betroffenen die Belastungen erzwungener Abschiebungen und mehrjährige Einreisesperren ersparen, während die Behörden Kosten sparen.

Weniger neu ankommende Flüchtlinge

Die Zahl der Zurückweisungen an den Landesgrenzen, Flughäfen und Seehäfen hat sich im Vergleich zum Vorjahr hingegen mehr als verdoppelt, schreibt die Neue Osnabrücker Zeitung unter Berufung auf Zahlen der Bundespolizei. Demnach sei in diesem Jahr etwa 20.000 Flüchtlingen die Einreise verweigert worden.

Von Januar bis Ende November durften demnach 19.720 Menschen nicht nach Deutschland einreisen. Die Dezember-Zahlen stehen noch aus. 2015 wurde noch 8.913 Migranten die Einreise verweigert. Im September vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise die Grenzkontrollen wieder eingeführt. In der Tendenz sind die Zurückweisungen dem Bericht zufolge aber stark rückläufig – so wie auch die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge.

Das hänge auch damit zusammen, dass die Bundespolizei seit Jahresmitte Kontrollen nur noch an der Grenze zu Österreich durchführt. Von Januar bis November seien hier 15.019 Menschen und damit 76 Prozent aller Flüchtlinge abgewiesen worden. Die größte Gruppe der Abgewiesenen sind nach dem Bericht afghanische Staatsbürger (3.695). Es folgen 2.142 Syrer, 1.794 Iraker und 1.237 Nigerianer.