Kolumbien - Friedensvertrag mit Farc-Rebellen beschlossen Der kolumbianische Kongress und Senat haben den Friedensvertrag verabschiedet. Damit ist der mehr als 50 Jahre andauernde Bürgerkrieg offiziell beendet. © Foto: Raul Arboleda/afp/Getty Images

Der Kongress in Kolumbien hat endgültig den Weg für Frieden zwischen der Regierung und der Rebellengruppe Farc freigemacht. Nach dem Senat billigte auch das Unterhaus einen überarbeiteten Friedenspakt. Das Votum fiel in beiden Kammern einstimmig aus. Die Gegner des Vertrages beteiligten sich jedoch nicht an der Abstimmung.

Das Friedensabkommen soll die politische Gewalt beenden, durch die in mehr als 50 Jahren mehr als 220.000 Menschen getötet wurden. Das von Präsident Juan Manuel Santos unterstützte Vertragswerk war in seiner ersten Version jedoch knapp in einem Referendum gescheitert.

Die noch 5.800 Kämpfer der Farc sollen noch in diesem Jahr mit der Abgabe der Waffen beginnen. Hunderte UN-Blauhelme und das Militär werden den voraussichtlich sechs Monate langen Prozess überwachen. Mit den eingeschmolzenen Waffen sollen drei Kriegsmahnmale in New York (Sitz der UN), Kuba (Ort der Friedensverhandlungen) und Kolumbien gebaut werden.

Die Guerilla kann danach mit der Gründung einer Partei beginnen, um Ziele wie eine gerechtere Landverteilung und Unterstützung der armen Landbevölkerung zu verfolgen. Als Sozialleistung soll jeder bisherige Guerillakämpfer anfangs monatlich eine Unterstützung von rund 215 US-Dollar bekommen.

Seit 2012 war in Havanna verhandelt worden. Ende September wurde eine erste Version im Beisein vieler Staats- und Regierungschefs unterzeichnet. Dann aber lehnte das Volk das Abkommen in einem Referendum am 2. Oktober mit knapper Mehrheit ab. Die Gegner um den früheren Präsidenten Álvaro Uribe kritisieren zu milde Strafen und dass auch die Anführer der Guerilla sich künftig politisch betätigen können.

Die Strafregelungen wurden nach der Ablehnung etwas verschärft. Zudem soll das Vermögen der Rebellen, die sich über Drogenhandel finanzieren, zur Entschädigung der Opfer herangezogen werden. Vor einer Woche wurde der Vertrag erneut unterzeichnet.  

Santos will nun auch mit der kleineren ELN-Guerilla ein ähnliches Abkommen schließen, um den Frieden komplett zu machen. Am 10. Dezember wird er aber zunächst in Oslo den Lohn für seine Mühen bekommen: den Friedensnobelpreis.