Die Bundeswehr will für Arbeitnehmer attraktiver werden und verstärkt um Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss werben. Ihren Abschluss sollen sie parallel nachholen können, wenn sie sich als Zeitsoldat verpflichten, wie das Handelsblatt unter Berufung auf die neue Personalstrategie für die Bundeswehr schreibt. "Alle Bewerber sollen die Bundeswehr qualifizierter verlassen, als sie gekommen sind", verspricht das Strategiepapier.

Bis 2025 will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) demnach ein modernes Personalmanagement aufbauen, das Angehörigen der Bundeswehr neue Karrierepfade eröffnet. Die Bundeswehr wolle unter anderem Zeitsoldaten für bis zu 25 Jahre verpflichten und mehr Quereinsteiger gewinnen. Soll es künftig auch über 30-Jährigen erlaubt sein, als Feldwebelanwärter anheuern zu können. Zudem sollen mehr Frauen Soldatinnen werden. Auch Bürgern aus anderen EU-Staaten soll künftig eine Soldatenkarriere in der Bundeswehr möglich sein. 

Die Bundeswehr sucht dringend nach neuem Personal.  "Im Juni 2016 hatten wir die kleinste Bundeswehr aller Zeiten", sagte der Wehrbeauftragter Hans-Peter Bartels dem Handelsblatt. Mit 166.000 Berufs- und Zeitsoldaten war sie sogar kleiner als mit 170.000 eigentlich vorgesehen. Der Wechsel von der Wehrpflichtarmee zur Freiwilligenarmee sei auch nach fünf Jahren nicht abgeschlossen, sagte Bartels.